1. Oktober 2016

 

Die Nachrichten

AbgasskandalVolkswagen entschädigt US-Autohändler

Der Volkswagen-Konzern hat sich mit seinen US-Vertragshändlern auf Entschädigungszahlungen wegen des Abgasskandals geeinigt. Wie VW mitteilte, hat der ausgehandelte Vergleich ein Volumen von insgesamt 1,2 Milliarden Dollar. Damit erhält jeder Händler im Schnitt 1,85 Millionen Dollar. Die Verkäufer waren nach dem Bekanntwerden der Abgasmanipulationen vor etwa einem Jahr auf den Dieselautos sitzengeblieben. Der Kompromiss muss noch vom zuständigen Richter genehmigt werden. - Mit den geschädigten Autobesitzern hat Volkswagen bereits einen Vergleich in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar ausgehandelt.

MerkelKanzlerin sieht keine Änderung ihrer Flüchtlingspolitik

Bundeskanzlerin Merkel hat einen Kurswechsel in ihrer Flüchtlingspolitik nach dem Sommer 2015 bestritten. Sie habe ihre Politik nicht geändert, sie habe Politik gemacht, sagte Merkel der "Sächsischen Zeitung". Sie räumte aber ein, man habe lernen müssen, dass es nötig sei, die EU-Außengrenzen zu schützen, wenn man innerhalb Europas die Freizügigkeit wolle. Ebenso sei es nötig, sich mehr mit den Fluchtursachen zu beschäftigen. Ziel sei es, dass sich eine Situation wie im vorigen Jahr nicht wiederhole, und in diesem Punkt gebe große Fortschritte. Jetzt gehe es darum, die Rückführung von Ausländern voranzubringen, die kein Aufenthaltsrecht in Deutschland hätten, betonte die Kanzlerin. Das müsse in der Praxis noch konsequenter umgesetzt werden.

BerichtBKA will Bundestrojaner auch für Smartphones und Tablets

Das Bundeskriminalamt will einem Medienbericht zufolge künftig Smartphones und Tablets von Verdächtigen überwachen können. Dazu solle ein spezieller Bundestrojaner entwickelt werden, berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR unter Berufung auf Haushaltsunterlagen des Bundestages. Das BKA wolle die Überwachungssoftware unbemerkt auf Handys von Verdächtigen installieren. Damit sollten neuartige Verschlüsselungen umgangen werden, die bislang nicht geknackt werden können. - Das Bundesverfassungsgericht hat allerdings hohe Hürden für den Einsatz von Staatstrojanern festgelegt.

FreihandelUS-Botschafter Emerson will an TTIP festhalten

Der US-Botschafter in Deutschland, Emerson, sieht das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP noch nicht als gescheitert an. Er sagte der "Berliner Zeitung", Verträge wie TTIP seien wichtig, um der Globalisierung Regeln zu geben. Deshalb würden die USA das Abkommen nicht aufgeben. Den TTIP-Kritikern warf er vor, sie wollten die Globalisierung aufhalten. Das sei jedoch nicht möglich, man könne sie aber regulieren.

SyrienWeiter keine Hoffnung auf erneute Waffenruhe

Russland und die USA wollen trotz gegenseitiger Vorwürfe wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien im Gespräch bleiben. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, man sei aber kurz davor, den Kontakt abzubrechen, weil man mit dem russischen Handeln in dem Krieg unzufrieden sei. Nach einem Telefonat mit seinem amerikanischen Kollegen Kerry erklärte der russische Außenminister Lawrow, man könne derzeit die US-Forderung nach einem Stopp der Angriffe auf die Stadt Aleppo nicht erfüllen. Die terroristische Al-Nusra-Front halte sich an keine Waffenruhe. Und die USA erfüllten nicht ihre Zusage, die gemäßigte Opposition und Terroristen zu trennen. Russland sei aber weiter zur Kooperation bereit, um die Situation zu entschärfen. Seit dem Scheitern der letzten Waffenruhe am 19. September sind allein in Aleppo rund 300 Menschen getötet worden.

UNOAusschuss soll Angriff auf Hilfskonvoi in Syrien untersuchen

Ein Ausschuss der Vereinten Nationen soll den Angriff auf einen Hilfskonvoi in Syrien am 19. September untersuchen. Das kündigte Generalsekretär Ban Ki Moon in New York an. Zudem rief Ban alle Beteiligten dazu auf, mit dem Ausschuss zusammenzuarbeiten. Die USA machen Russland für die Tat verantwortlich. Russland weist den Vorwurf zurück und kündigte eine eigene Untersuchung an. - Bei dem Angriff westlich von Aleppo wurden 21 Menschen getötet. Ein Großteil der Hilfsgüter wurde zerstört. Die UNO stoppte daraufhin vorübergehend ihre Lieferungen in das Bürgerkriegsland.

WestjordanlandWieder Messerangriff von Palästinenser

Im Westjordanland hat erneut ein Palästinenser israelische Sicherheitskräfte mit einem Messer angegriffen. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben eines israelischen Polizeisprechers an einer Straßensperre in Kalandia zwischen Ramallah und Jerulalem. Der 28-jährige Angreifer wurde von Soldaten erschossen. Der angegriffene Israeli wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

GabrielEU muss weitere Auflagen für Stahlindustrie verhindern

Bundeswirtschaftsminister Gabriel will weitere Auflagen für die Stahlindustrie in der EU verhindern. Es müsse eine ausgewogene Reform des Emissionshandels geben, sagte Gabriel bei einer Veranstaltung in Dillingen an der Saar. Insbesondere die effizientesten Anlagen dürften nicht mit pauschalen Einsparvorgaben belegt werden. Mit Blick auf China betonte Gabriel, wichtig sei zudem, dass der internationale Wettbewerb fair sei. - Die Stahlindustrie ist derzeit in einer Krise. Die Weltmarktpreise sind angesichts von Überkapazitäten gefallen. Europäische Hersteller werfen chinesischen Stahlkonzernen Preisdumping vor.

BerlinLinkspartei für rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen

In Berlin wollen die Linken mit SPD und Grünen über die künftige Landesregierung verhandeln. Ein Parteitag nahm am Abend die Empfehlung des Landesvorsitzenden Lederer zur Aufnahme von Koalitionsgesprächen an. Lederer hatte zuvor betont, es gebe die große Chance, Veränderungen zu erreichen. In der Debatte gab es Kritik. Einige Delegierte beschwerten sich über mangelnde Informationen aus den Sondierungsgesprächen, andere warben dafür, in die Opposition zu gehen. Die SPD hat Verhandlungen mit Linken und Grünen bereits zugestimmt. Die Grünen entscheiden am nächsten Mittwoch darüber.

DresdenPolizei veröffentlicht nach Moschee-Anschlag Video

Vier Tage nach dem Anschlag auf eine Moschee in Dresden haben die Ermittler das Video einer Überwachungskamera veröffentlicht. Darauf ist nach Angaben der Polizei möglicherweise der Täter zu sehen. Zeugen wurden aufgerufen, sich zu melden. Am Montag waren in Dresden vor einer Moschee und einem Kongresszentrum zwei Sprengsätze explodiert. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Ein aufgetauches Bekennerschreiben erwies sich nach eingehender Untersuchung als Fälschung. Das Schreiben war auf einer linksextremistischen Internet-Plattform veröffentlicht worden. Vor der zentralen Einheitsfeier, die heute mit einem Bürgerfest in der sächsichen Landeshauptstadt beginnt, wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Allein am 3. Oktober sollen bis zu 2.600 Polizisten im Einsatz sein.

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Hassmails und Morddrohungen Lokalpolitiker im Fadenkreuz

Facebook-Symbole und darüber steht Hass gesprüht. (Imago / Ralph Peters)

Übergriffe auf Kommunalpolitiker nehmen zu - Hassbotschaften im Netz sowie tätliche Angriffe. Meist haben sie einen rechtsradikalen Hintergrund, stehen in Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik. Die alarmierende Zahl: Mehr als 800 Übergriffe auf Mandatsträger gab es allein seit Januar.

Deutsche Bank Hat das Management die Lage noch im Griff?

Die Schatten des Deutsche Bank-Logos und eines Mannes fallen auf eine Wand. (dpa/picture alliance/Arne Dedert)

KOMMENTAR Die Deutsche Bank habe eine Woche hinter sich, wie es sie für das Geldhaus noch nie gab, kommentiert Klemens Kindermann. Selbst wenn die Strafzahlungen für den US-Hypothekenstreit tatsächlich auf 5,4 Milliarden US-Dollar reduziert werden sollten, sei doch eines gewiss.

Leitkultur-Papier Potenzial, der Fremdenfeindlichkeit Vorschub zu leisten

Deutschlandfahnen wehen am 28.09.2016 vor dem Kronentor des Zwingers in Dresden (Sachsen) im Wind. Ab dem 1. Oktober 2016 beginnen die zentralen Feierlichkeiten rund um den Tag der Deutschen Einheit in der Landeshauptstadt Sachsens. (picture alliance/dpa - Sebastian Kahnert)

KOMMENTAR Deutschland brauche keine Leitkultur, es habe schon eine, meint Frank Capellan. Mit ihrem Papier "Kraftquelle Leitkultur" liefen CSU und CDU Sachsen den Phrasen der AfD hinterher - und fielen Kanzlerin Merkel in den Rücken. Nur eine Sache sei am Papier begrüßenswert.

Innenminister de Maizière Doch weniger als eine Million Flüchtlinge

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) spricht am 30.09.2016 in Berlin. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat bekanntgegeben, dass im vergangenen Jahr 890.000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen seien. Zuvor war stets die Rede von mehr als einer Million gewesen. Die Zahl sei "dennoch sehr hoch", so de Maizière.

Stand der Einheit "Mehrheit der Ostdeutschen ist nicht fremdenfeindlich"

Im Regierungsbericht zum Stand der deutschen Einheit ist von einer Zunahme der rechtsextremen Überfälle die Rede. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, betonte, dass die Mehrheit der Ostdeutschen nicht ausländerfeindlich sei. Doch das sei leider "eine zum Teil schweigende Mehrheit".

Urteil Tagesschau-App war unzulässig

Neun Millionen Menschen nutzen die App der Tagesschau. (imago stock & people)

Das Oberlandesgericht Köln hat den jahrelangen Rechtsstreit um die Tagesschau-App vorerst zugunsten der Zeitungsverlage entschieden - und gegen die ARD und den federführenden NDR. Die App, wie sie am Beispieltag, dem 15. Juni 2011, abrufbar war, sei presseähnlich gewesen – und damit unzulässig.

EU-Umweltminister Weg frei für die Ratifizierung des Weltklimabkommens

Auf den Eiffelturm in Paris werden mehrere Botschaften zum Weltklimavertrag projiziert. (dpa / picture-alliance / Irina Kalashnikova)

Die EU-Umweltminister haben ein Schnellverfahren für die Ratifizierung des Weltklimapakts von Paris gebilligt. Das war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Abkommen bereits in wenigen Wochen gelten kann. Laut Rat haben die Minister letzte Unstimmigkeiten ausgeräumt.

Israel Abschied von Shimon Peres

Links neben dem Sarg von Shimon Peres stehen Regierungschef Netanjahu und US-Präsident Obama. (picture-alliance / dpa / Abir Sultan)

Aus der ganzen Welt sind Staats- und Regierungschefs angereist, um Friedensnobelpreisträger Shimon Peres die letzte Ehre zu erweisen. Regierungschef Netanjahu nannte Peres einen "großen Mann Israels" - und schüttelte vorher auch Palästinenserpräsident Abbas die Hand.

UNO-Nothilfekoordinator "Syrien blutet, die Einwohner sterben"

Luftangriff auf Aleppo im August 2016  (imago/ZUMA Press)

Der UNO-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hat vor dem UNO-Sicherheitsrat vom Grauen des Krieges im syrischen Aleppo berichtet. Er sprach 15 Minuten über die Not der Menschen und rief zum Handeln auf. Syriens UNO-Botschafter fand das "hysterisch".

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Wirtschaft

Gabriels Iran-Reise Schwieriges Pflaster für deutsche Unternehmen

Der SPD-Chef Sigmar Gabriel bei einer Pressekonferenz am 18.9.2016. (AFP / Odd Andersen)

Bei seiner Reise in den Iran will Bundeswirtschaftsminister Gabriel zwar strittige Themen ansprechen wie die iranische Unterstützung für Syriens Machthaber Assad. Doch es dürfte auch um die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen gehen - die laufen nämlich ein Jahr nach dem Ende der Sanktionen noch immer nicht auf Hochtouren.

Ethik-Kommission Was darf ein selbstfahrendes Auto entscheiden?

Ein mit Bosch-Technik ausgestattetes Fahrzeugdes Typs Jeep Cherokee steuert am 07.01.2015 in Las Vegas, USA, im Rahmen der CES (Consumer Electronics Show) selbst. (dpa)

Ein Auto fährt eine Straße entlang, es muss einem Hindernis ausweichen, links eine Frau mit Kinderwagen, rechts ein Rentner. Wie würden Sie entscheiden? Solche Fragen müssen autonom fahrende Autos in Zukunft selbst entscheiden. Den Rahmen dafür soll eine Ethik-Kommission abstecken. Sie hat heute ihre Arbeit aufgenommen.

Mehltauproblem Nasses Jahr stürzt Biowinzer in Existenznöte

(picture alliance / dpa)

Schuld an den diesjährigen Ertragsverlusten beim Wein ist vor allem das extrem feuchte Wetter im Frühsommer und die damit verbundene Entwicklung des Pilzes Falscher Mehltau. Gerade Biowinzer trifft dies besonders stark - und ausgerechnet ein von ihnen mit entwickeltes Mittel dürfen sie derzeit nicht anwenden.

Drosselung der Ölfördermenge "Eine folgerichtige Entscheidung der Opec"

Eine Ölförderanlage im Taq Taq-Ölfeld im irakischen Teil Kurdistans (picture alliance / dpa / MAXPPP / Christophe Petit Tesson)

INTERVIEW Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stehe mittlerweile mit dem Rücken zur Wand, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert im DLF. Wenn ihre Vetreter nicht dauerhaft niedrige Preise akzeptieren wollten, seien sie dazu verpflichtet, das Öl-Angebot zu reduzieren.

Wissen

Raumsonde Rosetta Ein großer Erfolg für die ESA

Die Raumsonde Rosetta im Weltraum (Zeichnung) (ESA/Carreau)

KOMMENTAR Der Aufprall der Raumsonde Rosetta auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko sei der krönende Abschluss einer sehr erfolgreichen Mission, kommentiert Ralf Krauter. Europas Forscher hätten so eindrücklich demonstriert, dass sie zur ersten Liga der Raumfahrtnationen zählen.

Ernährung Sandwich oder Butterbrot

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um gut durch den Arbeitstag zu kommen. (picture alliance/ dpa/ Ole Spata)

Im Schul- und Büroalltag kommt eine ausgewogene Ernährung häufig zu kurz. Das Essen muss viele Ansprüche erfüllen: Es soll Energie liefern, satt machen und gesund sein. Schon mit wenigen Tipps kann ein gut belegtes Brot zu einer gesunden Ernährung beitragen.

Gezüchtete Gebärmutter Forscher entwickelten Uterus im Labor

Mats Hellström hält den Uterus eines Schafs in der Hand (Christine Westerhaus)

Im Oktober 2014 verkündeten schwedische Ärzte eine medizinische Sensation: Sie hatten einer Frau eine gespendete Gebärmutter transplantiert und ihr dadurch zu einem eigenen Kind verholfen. Nun gehen die Forscher noch einen Schritt weiter. Sie wollen eine Gebärmutter im Labor züchten, um Frauen behandeln zu können, die keinen funktionierenden Uterus haben.

Brennstoffzellen-Flieger HY4 überzeugt bei Testflug

Heute gegen 11:10 Uhr hob das viersitzige Flugzeug HY4 am Stuttgarter Flughafen zum Erstflug ab (DLR Fotomedien/Felix Oprean/ CC-BY 3.0)

INTERVIEW Mit dem Experimentalflugzeug HY4 wollen Forscher der Vision vom Fliegen ohne Lärm und Abgase näher kommen. Josef Kallo und sein Team vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt haben es gebaut. Er ist sich sicher, dass es nur eine Frage der Zeit und Investitionen ist, bis vier- bis sechssitzige Elektroflieger als Zubringertaxis zum Einsatz kommen.

Europa

Unterhändler Barnier Der Mann für den Brexit

Der Chefverhandler der EU-Kommission für den Austritt Großbritanniens, Michel Barnier, auf einem Foto aus dem Jahr 2014. (Imago / Italy Photo Press)

Michel Barnier ist Gaullist, überzeugter Europäer, Juncker-Freund und ein erfahrener Politiker. Der 65-jährige Wirtschaftsexperte soll nun für die EU die Brexit-Gespräche führen. London wird mit ihm kein leichtes Spiel haben.

Vor dem Parteitag der Konservativen Theresa May unter Druck

Die neue britische Premierministerin Theresa May bei ihrer ersten Ansprache vor dem Regierungssitz Downing Street Nr. 10. (picture alliance / dpa / Andy Rain)

Maßvolles Vorgehen oder der radikale Schnitt? Der Brexit wird das zentrale Thema auf dem am Sonntag beginnenden Parteitag der konservativen Tories in Birmingham sein. Brexit-Befürworter Außenminister Boris Johnson forciert den Beginn der EU-Austrittsverhandlungen – und setzt so die Premierministerin und Parteivorsitzende Theresa May unter Druck.

Berlusconi wird 80 Mann ohne Selbstzweifel

Silvio Berlusconi steigt am 9. Mai 2014 in ein Auto ein und zeigt eine grüßende Geste. (afp / Giuseppe Cacace)

Wenn der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi über sich selbst spricht, dann meist nur in den höchsten Tönen. Das dürfte sich auch nach seinem 80. Geburtstag kaum ändern. Was sich allerdings ändert, ist der Einfluss des wohl umstrittensten italienischen Politikers.

Spanien Kataloniens Regierungschef stellt Vertrauensfrage

Carles Puigdemont winkt nach seiner Wahl mit einer Rose in der Hand.  (picture-alliance / dpa/ epa/ David Borrat)

Regierungspräsident Carles Puigdemont forciert eine Abspaltung Kataloniens von Spanien. Zunächst muss Puigdemont aber eine Vertrauensfrage im Parlament in Barcelona überstehen. Verliert er, müsste er neue Koalitionspartner finden oder es gibt Neuwahlen. Das wäre ein Rückschlag auf dem Weg in die Unabhängigkeit.

Kultur

Amazon-Serie "Crisis in Six Scenes" Typischer Allen in neuem Format

Woody Allen als Schriftsteller Sidney J. Munsinger in seiner Amazon-Serie "Crisis in Six Scenes". (Amazon Studios 2016)

New York Ende der 60er-Jahre: Eine flüchtige Revolutionärin stellt das gemütliche Leben eines gealterten Vorstadtpaares auf den Kopf. Woody Allens erste Serie ist ganz typisch für ihn - mit Neurosen, New York und ihm in der Hauptrolle.

Online-Content "funk" von ARD und ZDF Alles außer Fernsehen

Das Logo von "funk". Das "Junge Angebot"von ARD und ZDF heißt nun "funk" (dpa / Maurizio Gambarini)

ARD und ZDF haben schon einige Versuche hinter sich, die Jugend wieder vor den Fernseher zu bekommen. Das "junge Angebot von ARD und ZDF" ist ein neuer Versuch: ein Online-Content-Netzwerk mit bisher 40 Formaten: Snapchat-Soap, Internet Morning Show, Kochshow, Youtuber. Damit sollen nun die 14- bis 29-Jährigen erreicht werden.

Uraufführung der "Zauberflöte" Hübsche Musik, alberne Geschichte?

Ein bisher unbekanntes angebliches Mozart-Porträt ist in der Berliner Gemäldegalerie entdeckt worden. Das 80 mal 62 Zentimeter große Ölgemälde von Johann Georg Edlinger ist wahrscheinlich während Mozarts letztem Aufenthalt in München 1790 entstanden.  (picture alliance / dpa / Staatliche Museen zu Berlin)

Hübsche Musik, aber eine allzu alberne Geschichte: Das war die Meinung vieler Besucher und Kritiker, als sie das erste Mal "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart sahen und hörten. Trotzdem wurde sie zu einer der erfolgreichsten Opern aller Zeiten. Vor 225 Jahren wurde sie am Wiener Theater auf der Wieden uraufgeführt.

Muslimische Mode Hijab-Revolution auf dem Laufsteg

Models präsentieren auf der Jakarta Fashion Week 2015 Kreationen der indonesischen Designerin Anniesa Hasibuan auf dem Laufsteg. (imago / Xinhua)

Die Prêt-à-porter Fashion Week in New York sorgt für reichlich Gesprächsstoff: Models mit Kreationen der indonesischen Designerin Anniesa Hasibuan stellten Gewänder wie aus einem Märchenland vor - und trugen dabei den Hijab, das ausladende Kopf- und Halstuch.

Literatur

Berlin Mischmasch der Großstadt

Die Europäische, die Deutsche und die Berliner Fahne wehen am 15.09.2016 in Berlin auf dem Abgeordnetenhaus. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Zwei Bücher beschäftigen sich mit Berlin und seiner Entwicklung: Die neu aufgelegten Beschreibungen des Journalisten Karl Schaffler aus dem Jahr 1910 sind dabei geprägt von einer Angst vor der Moderne. Walter Siebel widmet sich in seinem Buch der Fremdheitserfahrung.

Dritter Onno-Viets-Roman Mehr als nur ein mystischer Regionalkrimi

Der Autor Frank Schulz posiert am 18.03.2015 im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne in Köln. (picture alliance/ dpa/ Rolf Vennenbernd)

Onno Viets ist arbeitslos, Mitte 50 und beschließt, Privatdetektiv zu werden. Qualifikationen hat er keine, Talente auch nicht. In seinem dritten Band spinnt Frank Schulz die Geschichte des eigenwilligen Privatdetektiv nun weiter. Es ist ihm nicht nur ein mystischer Regionalkrimi gelungen, sondern auch der Höhepunkt seiner Buchreihe.

Brigitte Giraud Das Mysterium Körper

Zwei Schaufensterfiguren schauen sich an.  (  picture alliance / dpa / Victoria Bonn-Meuser)

Der Fokus in Brigitte Girauds neuem Buch liegt auf dem menschlichen Körper. Der Leser wird Teil der subjektiven Sinnlichkeit eines kleinen Mädchens, dass sich in den Körper eines Jungen fantasiert.

Debütroman von Jonathan Galassi Einblicke in die New Yorker Verlegerszene

Blick auf den südlichen Teil von Manhattan in New York - Aufnahme vom 05.12.1975. (picture alliance / dpa)

Jonathan Galassi ist Verleger in New York. "Die Muse" ist der erste Roman des 65-Jährigen. Darin beschreibt er die New Yorker Verlegerszene in den Sechzigerjahren, in der um jeden Autoren gekämpft wird, junge Lektoren schamlos ausgebeutet werden und Starautoren Vorschüsse in Millionenhöhe bekommen.

Gesellschaft

Stiftung Off Road Kids Hoffnung für Straßenkinder

Zwei Jugendliche in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs an einem kalten Tag auf der Straße (picture-alliance/ dpa)

Die Streetworker von Off Road Kids haben seit 1993 mehr als 4.000 Straßenkindern in Deutschland dabei geholfen, neue Perspektiven zu finden. Allein in Hamburg gebe es jedes Jahr rund 200 Kinder und Jugendliche, die aus ihrem Elternhaus fliehen, so eine Mitarbeiterin.

Keupstraße in Köln Harmonie statt Türken-Kurden-Konflikt

Die Keupstraße fotografiert am 02.06.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen). Am Pfingstmontag ist es genau zehn Jahre her, dass vor dem Friseursalon in der Kölner Keupstraße eine Bombe explodierte. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Die 500 Meter lange Keupstraße ist das Zentrum türkisch-kurdischen Lebens in Köln. Der Sprengstoffanschlag der NSU im Jahr 2004 hat die Bewohner zusammengeschweißt. Das wollen sich die hier ansässigen Kurden, Erdogan-Anhänger und Gülenisten auch jetzt nicht nehmen lassen. Um den Preis, dass politische Themen außen vor bleiben müssen.

Bedrohte Religionspädagogin Kaddor Ihr Weckruf darf nicht ungehört verhallen

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. (pa/dpa/Schindler)

KOMMENTAR Lamya Kaddor wird seit der Veröffentlichung ihres Buches, in dem sie eine Bringschuld der deutschen Gesellschaft hinsichtlich Integration fordert, mit Morddrohungen konfrontiert. Die muslimische Religionspädagogin zeige Mut, mit deutlichen Worten ihre Betroffenheit zu schildern und formuliere einen längst überfälligen Weckruf, meint Rainer Burchardt.

Ahmadiyya in Deutschland Splittergruppe oder muslimische Elite?

Die Moschee der Ahmadiyya in Riedstadt (Deutschlandfunk / Foto: Burkhard Schäfers)

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist eine kleine religiöse Gemeinschaft. Es gibt sie in Deutschland seit 100 Jahren. In Hessen geben sie an öffentlichen Schulen islamischen Religionsunterricht. Ist Ahmadiyya eine reaktionäre Sekte oder die Speerspitze eines menschenfreundlichen Reform-Islams - das ist umstritten.

Sport

Sportfunktionär Digel Ungeklärte Zahlungen vom Leichtathletik-Verband

Helmut Digel 2013 (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Jahrelang war Helmut Digel einer der wichtigsten Sportfunktionäre Deutschlands, er war unter anderem Vizepräsident des Leichtathletik-Weltverband IAAF. Diese Funktion wirft nun Fragen auf. Denn Digel erhielt offenbar regelmäßig Geld von der IAAF. Für welche Leistungen diese Zahlungen bestimmt waren, ist unklar.

Olympische Sommerspiele 2020 Finanzalarm in Tokio

Ein indigoblaues japanisches Karomuster aus unterschiedlich großen Rechtecken auf weißem Grund, die im Kreis angeordnet sind. (imago sportfotodienst)

Eigentlich wollte Japan das Musterbeispiel eines verlässlichen, bescheidenen Olympiaausrichters werden. Nachdem erst der Stadionplan wegen zu hoher Kosten verworfen wurde, warnt jetzt ein Expertengremium vor der Kostenexplosion für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Rio de Janeiro Olympia-Anlagen werden recycelt

Die Kanu-Wettbewerbe im Lagoa-Stadion während der Paralympics in Rio 2016. (imago sportfotodienst)

In Rio wird nach dem Ende der Olympischen Spiele und Paralympics aufgeräumt. Dazu gehört auch, dass provisorische Sportstätten weiter verwendet werden - unter anderem als Schulgebäude. Doch der Abbau schreitet nur langsam voran.

Skandal Englands Fußball in der Krise

Sam Allardyce bei seinem ersten Einsatz als englischer Nationaltrainer beim WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei. (imago sportfotodienst)

Der englische Fußballverband sucht nach der Entlassung von Nationaltrainer Sam Allardyce händeringend nach einem Nachfolger. Der sieht sich als Opfer. Die britische Zeitung "Daily Telegraph" kündigt indessen weitere Enthüllungen an, ohne aber Namen zu nennen.

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