25. Juli 2017

 

DLF24 | Die Nachrichten

EU-Türkei-TreffenSpitzenpolitiker aus Ankara reisen zu Gesprächen nach Brüssel

Der türkische Außenminister Cavusoglu und EU-Minister Celik werden heute zu politischen Gesprächen in Brüssel erwartet. Bei dem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Mogherini und Erweiterungskommissar Hahn soll es unter anderem um die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Kooperation in der Migrationspolitik gehen. Von türkischer Seite dürften zudem Fortschritte bei den Themen Visaliberalisierung und Beitrittsverhandlungen gefordert werden. Die Europäer wollen ihrerseits die Freilassung von Menschenrechtlern, Journalisten und Oppositionellen verlangen, die nach dem gescheiterten Putsch im vergangenen Sommer festgenommen wurden. Konkrete Ergebnisse werden von dem Treffen nicht erwartet.

Soziale NetzwerkeEU erhöht Druck auf Google, Facebook und Twitter

Die Europäische Union hat den Druck auf Facebook, Google und Twitter erhöht, damit diese die Nutzungsbedingungen ihrer Sozialen Netzwerke an EU-Recht anpassen. Die Unternehmen wurden im Juni von der Kommission schriftlich aufgefordert, bis zum 20. Juli verbesserte Vorschläge zu unterbreiten, wie aus den Schreiben hervorgeht, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Die bisherigen Vorschläge werden als unzureichend angesehen. Zwei Unternehmen seien dieser Aufforderung nachgekommen, eines habe um mehr Zeit gebeten, heißt es unter Berufung auf Insider-Kreise. Die Bedenken der Kommission betreffen vor allem das von den Sozialen Netzwerken vorgeschlagene Prozedere zur Löschung rechtswidriger Inhalte. Sollten die Unternehmen der EU-Aufforderung nicht nachkommen, könnten Strafen gegen sie verhängt werden.

VermittlungsversuchTreffen rivalisierender libyscher Machthaber in Paris

Der französische Präsident Macron unternimmt einen Vermittlungsversuch in der Libyenkrise. Wie der Élysée-Palast mitteilte, richtet Macron heute ein Treffen der rivalisierenden Machthaber aus. Der Ministerpräsident der international anerkannten Übergangsregierung al-Sarradsch und der Militärführer Haftar treffen sich demnach in einem Schloss vor den Toren von Paris. Beide hätten bereits mit französischen Experten gearbeitet, um eine Basis zu finden. Ein Mitarbeiter Macrons erklärte, man hoffe auf eine gemeinsame Erklärung, wonach es keine militärische Lösung für die libysche Krise geben könne. Seit dem Sturz des Machthabers Gaddafi im Herbst 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land Bürgerkrieg. Die Einheiten von General Haftar kontrollieren weite Teile im Osten. Er unterstützt die Gegenregierung in Bengasi.

Mittelmeer-EinsätzeItalien berät mit NGOs über Verhaltenskodex

Die italienische Regierung berät heute in Rom mit Hilfsorganisationen über einen Verhaltenskodex für Einsätze im Mittelmeer. Darin soll unter anderem vorgesehen sein, dass NGOs nicht mehr bis in libysche Gewässer fahren dürfen. Unklar ist, ob sie den Kodex unterschreiben. Kritiker werfen den Hilfsorganisationen vor, mit ihren Einsätzen die Tätigkeit von Schleusern zu befördern. Italien hatte zuletzt mit der Schließung seiner Häfen für Rettungsschiffe gedroht. Gestern wurden vor der Küste Libyens rund 280 afrikanische Bootsflüchtlinge gerettet. Einheiten der Küstenwache brachten die zumeist aus Ländern südlich der Sahara stammenden Menschen wieder zurück ans Festland. Dort seien sie medizinisch betreut sowie mit Wasser und Essen versorgt worden, hieß es. Für die meisten sei Abschiebehaft vorgesehen.

PolenRegierung will Justizreform trotz Veto weiter vorantreiben

Die nationalkonservative Regierung Polens will ungeachtet des Vetos von Präsident Duda an der geplanten Justizreform festhalten. Man werde nicht zurückrudern, erklärte Ministerpräsidentin Szydlo am späten Abend in Warschau. Das Veto habe die Arbeiten lediglich verlangsamt. Den Wählern sei eine Reform der "schlechten Justiz" versprochen worden, betonte Szydlo. Man könne weder dem Druck von der Straße noch aus dem Ausland nachgeben. Duda hatte zuvor einen eigenen Entwurf angekündigt. Sein Veto betrifft zwei Vorhaben. Zum einen sollte die Regierung Einfluss auf das Oberste Gericht erhalten. Außerdem sollte das Parlament künftig über die Besetzung des bislang unabhängigen Landesrichterrats entscheiden. Diesem obliegt die Besetzung der Richterposten an den ordentlichen Gerichten.

KartellDaimler kam VW offenbar mit Selbstanzeige zuvor

Der Autohersteller Daimler soll sich noch vor Volkswagen wegen der mutmaßlichen Bildung eines Kartells mit einer Selbstanzeige an die Wettbewerbsbehörden gewandt haben. Das berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Damit könne der Stuttgarter Konzern darauf hoffen, ohne Strafe davonzukommen, falls die EU-Kommission Geldbußen wegen verbotener Absprachen verhängt. Nach den EU-Bestimmungen wäre für Volkswagen allenfalls noch ein Strafnachlass in Höhe von 50 Prozent möglich, heißt es weiter. Die EU-Kommission geht dem Verdacht illegaler Absprachen von VW, Audi, Porsche, Daimler und BMW in der Fahrzeugentwicklung nach. Sollte dies zutreffen, wäre es eines der größten Kartelle in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

LoveparadeErinnerung an die Opfer

In Duisburg haben rund 150 Menschen der Opfer der Loveparade-Katastrophe vor sieben Jahren gedacht. Sie versammelten sich vor der Gedenkstätte an dem Tunnel, in welchem das Unglück damals geschah. 21 Glockenschläge erinnerten an die Todesopfer, ein weiterer war den verletzten und traumatisierten Überlebenden gewidmet. Anwesend waren auch zahlreiche Eltern, die damals Kinder verloren hatten. Die Gedenkfeier fand erstmals öffentlich statt. Ein Pfarrer sagte, trotz allen Leids bei Angehörigen und Traumatisierten gebe es Trost und Zuversicht. Am 24. Juli 2010 war es im Gedränge an einer Engstelle zu einer Massenpanik gekommen. 21 Feiernde kamen ums Leben, mehr als 650 wurden verletzt. Im Dezember beginnt ein Prozess zur strafrechtlichen Aufarbeitung des Unglücks.

PromotionenWissenschaftsakademien warnen vor Qualitätsverlust

Die Wissenschaftsakademien fürchten um die Qualität der Doktortitel in Deutschland. Eine in Berlin veröffentlichte Stellungnahme mit dem Titel "Promotion im Umbruch" kritisiert, es gebe einen "Sog zu immer besseren Noten". Dies gehe häufig mit einer Absenkung der Qualitätsstandards einher und könne dazu führen, dass Dissertationen aus Deutschland international an Ansehen verlören. Die Autoren empfehlen deshalb unter anderem, die Notenvergabe transparenter zu machen. Die Stellungnahme haben die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften - acatech - gemeinsam erstellt.

Russland-KontakteKushner beharrt auf korrekten Abläufen im Wahlkampf

Der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Trump, Kushner, hat erneut Vorwürfe über eine unerlaubte Zusammenarbeit oder Absprachen mit offiziellen Vertretern Russlands zurückgewiesen. Auch kenne er niemanden, der dies während des Wahlkampfs getan habe, sagte Kushner nach einer Befragung durch den Geheimdienstausschuss des Senats in Washington. Mehrere Treffen mit russischen Staatsangehörigen wertete Kushner als normalen Teil des politischen Betriebs. Alle seine Handlungen seien korrekt abgelaufen. Kushner betonte, er habe dem Gremium vollständig transparent sämtliche gewünschten Informationen geliefert. Der Senatsausschuss untersucht eine mögliche Einflussnahme Moskaus auf den Ausgang der Präsidentschaftswahl im vergangenen Dezember.

SüdfrankreichHunderte Feuerwehrleute im Einsatz gegen Waldbrände

In Südfrankreich kämpfen 500 Feuerwehrleute sowie Löschflugzeuge gegen Waldbrände. In der Nähe von Bastidonne nördlich von Aix-en-Provence stehen nach Behördenangaben 650 Hektar in Flammen. Eine Autobahn wurde gesperrt, eine Zugverbindung unterbrochen. Die Bewohner von rund 100 Häusern mussten sich in Sicherheit bringen. Weitere Feuer gibt es in den Regionen um Nizza und Marseille. Auch von der französischen Mittelmeerinsel Korsika werden Brände gemeldet. In der Nähe von Olmeta-di-Tuda brennt die Vegetation auf einer Fläche von 900 Hektar.

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Justizreform in Polen Proteste, Debatten und ein Veto

Proteste in Warschau. Polizisten stehen einer aufgebrachten Menschenmenge gegenüber. (PAP, Bartlomiej Zborowski, dpa)

Hitzige Debatten im Sejm, Tausende Protestierer auf den Straßen – die Stimmung in Polen ist aufgeheizt, seit die PiS-Partei ihre umstrittene Justizreform auf den Weg gebracht hat. Überraschend hat Präsident Duda sein Veto eingelegt. Aber das Ringen um Recht und Gerechtigkeit geht weiter.

Türkei Der neue Sultan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht auf einer Kundgebung in Istanbul zu Unterstützern. (dpa-Bildfunk / Presidential Press Service / Kayhan Ozer)

Putschversuch, Verhaftungswelle, Verfassungsreferendum: Viele Beobachter sehen die Türkei auf dem Weg in einen autoritären Staat. Wie aber konnte das passieren? Dieser Frage geht der türkische Historiker Soner Cagaptay nach, der in den USA lebt und arbeitet. Sein aktuelles Buch ist eine kritische Auseinandersetzung mit seiner Heimat.

Proteste im Saarland Streit um Salafisten-Moschee

Das Minarett einer Moschee vor blauem Himmel (Deutschlandradio / Ellen Wilke)

Sulzbach im Saarland ist ein beschauliches Städtchen mit einer historischen Altstadt. Jetzt soll ein altes Postgebäude zu einer Moschee umgebaut werden. Das sorgt bei einigen Bewohnern für Unbehagen. Denn hinter dem Bauvorhaben steckt eine Gruppe erzkonservativer Salafisten.

Krise der Demokratie "Wir wollen eigentlich keine Zukunft"

Der Historiker Philipp Blom aufgenommen im Oktober 2016, auf der 68. Frankfurter Buchmesse, in Frankfurt/Main (Hessen). (dpa / picture-alliance / Arno Burgi)

INTERVIEW Massiver Jobverlust durch Digitalisierung, Migrationsbewegungen infolge des Klimawandels - vor diesen historischen Herausforderungen stehe unsere Gesellschaft, sagte der Historiker Philip Blom im Dlf. Wir müssten jetzt "die Initiative ergreifen", anstelle diese Veränderungen "nur zu erleiden".

Atomenergie Das Dilemma der Versicherer

Blick auf das Atomkraftwerk Windscale, Großbritannien, 14.04.1963. Gut zu erkennen sind die vier Kühltürme links, die Turbinenhalle in der Mitte und das runde aluminiumverkleidete "Containment"-Gebäude rechts. Die Atomanlage wurde vor allem durch zahlreiche nukleare Störfälle bekannt. Der schwerste davon, ein Feuer bei dem eine Wolke mit radioaktivem Material freigesetzt wurde, ereignete sich am 10.10.1957. Im Jahre 1981 wurde die Anlage in Sellafield umbenannt. | (Central Press Photos Ltd.)

In den 50er-Jahren hoffte alle Welt auf die friedliche und saubere Atomenergie. Nur die Versicherer waren skeptisch: Wie sollten sie das Risiko dieser neuen Technologie bloß kalkulieren? Der Historiker Christoph Wehner hat untersucht, wie die Versicherungswirtschaft mit der Atomgefahr umgegangen ist.

Handel nach dem Brexit Die Chlorhühnchen sind zurück

Großbritannien verhandelt ab heute in Washington einen eigenen Handelsvertrag mit den USA. In London warnen Politiker vor den berüchtigten mit Chlor gewaschenen Hühnchen. Doch der britische Handelsminister betont die Vorteile eines Freihandelsvertrags.

Autoindustrie "Wo bleibt die Distanz zwischen Kanzleramt und Industrie?"

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer bei einem Symposium in Bochum am 11.02.2016. (imago stock&people)

INTERVIEW Diesel-Skandal und Kartell-Vorwürfe - die derzeitige Krise der Autoindustrie sei auf völlig löchrige Gesetze der Politik zurückzuführen, sagte der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer im Dlf. Möglicherweise sei das im klaren Bewusstsein gemacht worden, um Industrien zu schützen.

Großbritannien Zankapfel Studiengebühren

Blick auf die Universität Cambridge in Großbritannien mit der King's College Chapel und dem Clare College (picture-alliance/ dpa)

Seit 19 Jahren gibt es in Großbritannien Studiengebühren. Jetzt werden sie zum ersten Mal seit ihrer Einführung in Frage gestellt und das nicht nur, weil Labour-Chef Jeremy Corbyn im Wahlkampf ihre Abschaffung forderte. Gegenwind kommt allerdings aus der Wissenschaft.

Studio für elektronische Musik "Das war historisch und ästhetisch etwas absolut Neues"

Einblick in das Studio für elektronische Musik Köln. (Deutschlandradio/Alexis Fritz)

INTERVIEW In Köln entstand seit den 1950er-Jahren Musik, "die weit über die Klangwelt der bekannten instrumentalen und vokalen Klänge hinausging", sagte der letzte Leiter des Studios für elektronische Musik York Höller im Dlf. 1999 wurde es vom WDR geschlossen. Doch nun soll es bei Kerpen wieder zugänglich gemacht werden.

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Wirtschaft

Internet-Blockaden in China "Deutsche Firmen sind oft blauäugig"

Ein Symbolbild eines Polizeibeamten auf dem Bildschirm, das chinesische Internetnutzer davor warnt, die Zensurgesetze nicht zu überschreiten. (picture alliance / dpa / Adrian Bradshaw)

China schirmt sein Internet mit einer High-Tech-Firewall vom Rest der Welt ab. Bisher konnten Firmen, die auf ungestörten Datenverkehr mit den Heimatländern angewiesen sind, die chinesische Zensur mit Spezialsoftware austricksen. Doch das wird immer schwieriger. Bald könnte ganz Schluss sein damit.

Mögliche Kartellabsprachen der Autohersteller "Die Vorstände sind schuld"

Ein fahrender Güterzug hat Autos der Marke VW geladen (imago stock&people / Robert Michael)

INTERVIEW Der ehemalige Chefvolkswirt von BMW, Helmut Becker, sagte im Dlf, wenn die neuen Kartell-Anschuldigungen gegen die fünf Autobauer nachgewiesen werden könnten, müssten mindestens 50 Vorstände ausgetauscht werden. Sie seien schuld - und nicht die 800.000 Beschäftigten der Autoindustrie. Die Politik müsse "hart durchgreifen".

Wissen

Neue Wege der Medikamentensynthese Im Schlauch statt im Topf

Ein Mann hält Tabletten in der Hand (imago/STPP)

Immer mehr Wirkstoffe werden für kleinere Patientengruppen maßgeschneidert hergestellt. Gerade in der Phase der klinischen Studien werden dabei nur kleine Mengen der Substanzen benötigt - zu wenig, um einen großen chemischen Reaktor anzuwerfen. Eine neue Methode bietet jetzt Chancen.

Digitalpakt für Schulen "Pädagogik geht vor Technik"

Schülerinnen sitzen an einem Computer-Arbeitsplatz in einer Grundschule. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

Kommt die digitale Schule oder kommt sie nicht? Ekkehard Winter, der Geschäftsführer der Deutschen Telekom Stiftung, ist optimistisch, dass der sogenannte Digitalpakt kommen wird. Die Mittel würden aber nur dann vergeben werden, wenn es entsprechende Medienkonzepte gäbe. "Sonst drohen Investitionsruinen", sagte er im Dlf.

25 Jahre Geotail Dauerbrenner im Erdschweif

Die Raumsonde Geotail im Weltraum (Zeichnung)  (JAXA)

Vor 25 Jahren ist von Cape Canaveral aus der Satellit Geotail gestartet, ein japanisches Projekt mit Beteiligung einiger US-Wissenschaftler. Wie der englische Name nahe legt, erkundet Geotail den Magnetschweif unserer Erde.

Europa

Frankreich Gefängnisse als tickende Zeitbomben

Fehlende Privatssphäre und Enge: Frankreichs Seelsorger kritisieren Zustände, wie sie in diesem Gefängnis bei Marseille herrschen (picture-alliance / dpa / Speich Frédéric)

Drei Männer in einer Neun-Quadratmeter-Zelle, Ratten auf dem Hof, bröckelnder Putz: Ein solcher Haftalltag sei menschenunwürdig, sagen Frankreichs Gefängnis-Seelsorger und schlagen Alarm. Der Gesellschaft werde vorgegaukelt, dass sich die Probleme einfach wegschließen lassen.

Ausnahmezustand Frankreichs Polizei im Dauerstress

Bewaffnete Polizisten in Paris, nahe der Notre Dame Kathedrale, m 6. Juni 2017. (imago/Vincent Isore)

Islamistische Attentate, Demonstrationen, Spannungen in den Banlieues: Frankreichs Polizisten sind erschöpft, einige traumatisiert. Immer wieder werden sie Opfer gezielter Attacken, zuletzt im April, auf den Pariser Champs-Élysées, wo ein Terrorist einen Schutzmann erschossen hat.

Deutsch-türkisches Verhältnis Bundesregierung überprüft Rüstungsgeschäfte

Rüstungsausstellung in Villepinte.  (imago / PanoramiC)

Die Bundesregierung hat angekündigt, ihre Türkei-Politik neu auszurichten - und will neue Rüstungsexporte in das Land auf den Prüfstand stellen. Seit 2016 wurden Deals im Wert von über 100 Millionen Euro genehmigt. Weitere Maßnahmen gegen die Türkei schließt die Bundesregierung nicht aus.

Kultur

Günter Priesner Saxofon-Solist und Chamäleon-Züchter

Ein Pantherchamäleon, fotografiert am 24.01.2017 in Berlin in den Potsdamer Platz Arcaden in der Ausstellung "Zeugen der Urzeit".  (picture alliance/dpa - Jens Kalaene )

Der klassische Saxofonist Günter Priesner hat Konzertreisen durch die ganze Welt gemacht, war lange Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Saxofonisten und ist Professor an der Hochschule für Musik Nürnberg. Durch einen Zufall hat er eine weitere Leidenschaft für sich entdeckt: das Züchten von Chamäleons.

Bayern Neustart am Festspielhaus Füssen

Das Festspielhaus Füssen (Bayern) aufgenommen am 28.04.2016.  (picture alliance/dpa - Karl-Josef Hildenbrand /dpa)

Der König von Bayern, Ludwig II., hatte einst ein Opernhaus in Auftrag gegeben, realisiert wurde es erst 130 Jahre später, gegenüber Schloss Neuschwanstein. Inzwischen gibt es die Spielstätte seit 17 Jahren - aber nicht ohne Komplikationen. Nun scheint das Drama um Ludwigs Festspielhaus vorerst beendet.

documenta-echo: Rasheed Araeen Kunst geht durch den Magen

Ein bunter, offener Pavillon auf dem Kotzia-Platz in Athen, errichtet vopm Künstler Rasheed Araeen für die documenta 14. (Charlotte Stiévenard / Deutschlandradio)

Ein Dach, ein Tisch und ein Teller Essen. Mehr brauchen Menschen nicht, um zusammen zu kommen und eine neue Welt zu schaffen. Auf der documenta 14 in Athen hat der pakistanische Künstler Rasheed Araeen eine Suppenküche eröffnet - hier entsteht die Kunst beim Essen.

Literatur

Lemberg Stadt ohne Gedächtnis

Eine alte Frau ist am 18.02.2016 im ukrainischen Lemberg (Lwiw) vor einer städtischen Skulptur zu sehen. (dpa / Friso Gentsch)

Einst lebten in Lemberg – dem heutigen Lwiw in der Ukraine - Polen, Juden, Ukrainer und Deutsche zusammen. Während des Zweiten Weltkriegs verlor die Stadt fast alle Einwohner und damit auch die Erinnerung. Der Historiker Lutz C. Kleveman geht in seinem Buch der Vergangenheit auf den Grund und gibt der Stadt ihr Gedächtnis zurück.

Afrika Elend, Korruption, Armut

Buchcover: "Ein letztes Mal in Afrika" von Paul Theroux. Im Hintergrund ein südafrikanisches Township. (Verlag Hoffmann und Campe / dpa / Ralf Hirschberger)

Der Amerikaner Paul Theroux gehört zu den berühmtesten Reiseschriftstellern der Gegenwart. Jetzt ist "Ein letztes Mal in Afrika" auf Deutsch erschienen. Es ist der Bericht über eine frustrierende Reise, die der Autor aus Verzweiflung abgebrochen hat.

Maren Wurster: "Das Fell" Physische Wucht

Buchcover Maren Wurster: Das Fell (Hanser Berlin / imago/Gottfried Czepluch)

Schweiß, Rotz, Blut und ein unter Juckreiz wachsendes Rückenfell der Heldin: Maren Wurster will in ihrem Debüt beim Leser sinnliche Erfahrungen hervorrufen - was erstaunlich gut gelingt. Ob das Fell als Symbol für Widerstandskraft oder Streichelbedürfnis steht, bleibt offen.

Gesellschaft

Brautjungfer zu mieten New Yorkerin tanzt auf allen Hochzeiten

Die New Yorkerin Jen Glantz  ist professionelle Brautjungfer - hier wird sie in einem YouTube-Video von Refinery29 vorgestellt (youtube.com/Refinery29 )

Im weißen Kleid vor dem Altar, begleitet von den Brautjungfern: So sieht nicht nur in den USA für viele eine Traumhochzeit aus. Doch wenn sich für die wichtige Aufgabe niemand findet, kann man in New York eine Ersatz-Brautjungfer einfach mieten – für mehrere Tausend Dollar.

Materialien zum Schulbeginn Buntstifte, Radiergummis und Hefte

Ein Schulmäppchen Buntstiften liegt auf einem Tisch. (picture alliance/dpa - Karl-Josef Hildenbrand)

Kurz vor Schulbeginn ist Hochsaison für Schreibwarenläden und entsprechende Online-Shops. Für die künftigen Erstklässler werden in vielen Grundschulen Einkaufslisten rausgegeben. Ein Posten darauf: Buntstifte. Eltern sollten beim Kauf auf schadstoffarme Schreibgeräte zurückgreifen.

Sieben Jahre nach dem Loveparade-Unglück Die andauernde Katastrophe

Gedenkstätte zur Loveparade 2010 am Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg. Der Karl-Lehr-Tunnel und die Rampe des Loveparade-Geländes sind die Orte der Katastrophe vom 24. Juli 2010.  (picture alliance / Revierfoto/Revierfoto/dpa)

Sieben Jahre nach dem Loveparade-Unglück in Duisburg sind die Hintergründe der Katastrophe weiterhin unklar. 21 Menschen starben damals, viele Betroffene sind noch immer traumatisiert. Im Dezember soll es zum Prozess kommen. Unterdessen leiden die Betroffenen weiter.

Sport

Videobeweis in der Bundesliga Entscheidung am Monitor

Der Schiedsrichter Sascha Stegemann (l.) und ein Operator sitzen am 20.07.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen) im DFL-Video-Assist-Center vor Monitoren, die Spielszenen zeigen. Die Videoassistenten sollen mit Beginn der neuen Bundesligasaison das Schiedsrichter-Gespann auf dem Feld bei strittigen Entscheidungen unterstützen.  (Rolf Vennenbernd/dpa)

Die Bundesliga soll mit dem Videobeweis gerechter werden und grobe Fehler der Schiedsrichter ausgeschlossen werden. Aber auch mit dem Videoassistenten bleiben Grenzfälle, die für Diskussionen sorgen werden.

Rechtsstreit Kampf ums Ringen

Frank Stäbler (oben, damals SV Germania Weingarten) im Kampf mit Aleksandar Maksimovic (KSV Ispringen). (imago sportfotodienst)

Der Deutsche Ringerbund und die neu gegründete Deutsche Ringerliga stehen sich bald vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gegenüber. Einige Spitzenclubs wollen in der Liga antreten, der DRB droht mit Sperren. Ein langer Rechtsstreit steht bevor - an dessen Ende Auswirkungen auf den gesamten deutschen Sport stehen könnten.

Missbrauch im Reitsport "Die Emotionalität der Mädchen wird schamlos ausgenutzt"

Ein Kind streichelt den Kopf eines Pferdes. (Stock.XCHNG / Hajnalka Ardai Mrs.)

Die Gefahr für sexuelle Gewalt im Reitsport ist groß, denn jeder kann sich Reitlehrer nennen und viele - vor allem die jungen Betroffenen - schweigen aus Angst, dass ihnen niemand glaubt. Ein Mädchen aus Norddeutschland hat sich ihren Eltern offenbart und damit ihren Peiniger vor Gericht gebracht.

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