26. August 2016

 

Die Nachrichten

SyrienTürkische Armee beschießt kurdische Kämpfer

Die türkische Armee hat nach Medienberichten kurdische Stellungen im Norden Syriens beschossen. Wie mehrere Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise melden, wurden Einheiten der YPG-Miliz angegriffen. Diese hätten sich nicht wie angenommen aus dem Gebiet zurückgezogen. Die Angriffe würden so lange dauern, bis die kurdischen Milizen ihren Vormarsch stoppten, hieß es. Zuvor war gemeldet worden, dass kurdische Einheiten auf Druck der Türkei und der USA einige ihrer Stellungen verlassen hätten. Die Regierungen in Ankara und Washington hatten einen Rückzug in die Region östlich des Flusses Euphrat gefordert. Das türkische Militär war am Mittwoch auf syrisches Gebiet vorgerückt, um gegen die Terrormiliz IS vorzugehen. Ankara will aber auch verhindern, dass die Kurden in Nordsyrien eine autonome Region aufbauen. Im belagerten Daraja südlich von Damaskus verständigte sich die syrische Armee mit den Aufständischen darauf, dass Tausende Menschen die Stadt verlassen dürfen. Die Truppen von Präsident Assad belagern die Gegend seit 2012.

Nach Erdbeben in ItalienRegierung ruft Notstand aus

Die italienische Regierung hat nach dem Erdbeben in Mittelitalien den Notstand ausgerufen. Zugleich gab der Ministerrat bei einer Krisensitzung in Rom die ersten 50 Millionen Euro für die Unterstützung der Menschen in den betroffenen Regionen frei. Regierungschef Renzi kündigte zudem eine bessere Erdbebenvorsorge an. Nach Angaben des Zivilschutzes stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens 250, es gab mehr als 360 Verletzte. Viele Menschen werden noch vermisst. Ein Sprecher sagte, das Beben in den Regionen Latium und Marken könne noch schlimmere Dimensionen erreichen als jenes in L'Aquila im Jahr 2009. Damals starben 309 Menschen. Nach Angaben von Kulturminister Franceschini wurden 293 kulturhistorische Bauwerke und Stätten beschädigt. Unterdessen begann in Italien eine Diskussion über die Einhaltung von Bauvorschriften in erdbebengefährdeten Gebieten. In großen italienischen Tageszeitungen wurde unter anderem kritisiert, dass solche Regelungen zu selten eingehalten und durchgesetzt würden.

EuropaMerkel zu Gesprächen in Warschau

Bundeskanzlerin Merkel wird auf ihrer Europa-Reise heute in Polen erwartet. Bei dem Kurzbesuch in Warschau kommt die Kanzlerin zunächst mit der polnischen Regierungschefin Szydlo zusammen. Anschließend soll es ein gemeinsames Arbeitsessen mit den Ministerpräsidenten auch der anderen Visegrad-Staaten Tschechien, Slowakei und Ungarn geben. Im Mittelpunkt dürfte die Zukunft der Europäischen Union nach einem Austritt Großbritanniens stehen. Die Visegrad-Staaten lehnen die Flüchtlingspolitik Merkels ab.

WhatsAppDatenschützer kritisiert Datenaustausch mit Facebook

Der Landesdatenschutzbeauftragte von Hamburg, Caspar, hat die Änderungen der Nutzungsbedingungen beim Kurznachrichtendienst WhatsApp kritisiert. Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Öffnung der App für Werbung sei eine Entwicklung, die nach dem Kauf durch Facebook zu befürchten gewesen sei. Daten zwischen den Diensten hin- und herzuschieben sei aber ohne ausdrückliche Einwilligung der Nutzer nicht zulässig. Dies habe man dem Konzern bereits 2015 mitgeteilt, so Caspar. Facebook werde sich nun auf eine Untersuchung einstellen müssen. WhatsApp hatte gestern unter anderem angekündigt, künftig Telefonnummern und andere Daten an die Mutter-Firma weiterzugeben. Beobachter vermuten, dass WhatsApp-Nutzer bald mehr personalisierte Werbung auf ihren Facebook-Seiten erhalten werden. Der US-Konzern hatte Whatsapp 2014 für 22 Milliarden US-Dollar gekauft.

FrankreichOberstes Gericht entscheidet über Burkini-Verbot

In Frankreich will heute der Staatsrat, das oberste Verwaltungsgericht des Landes, über ein Burkini-Verbot entscheiden. Inzwischen haben etwa 30 französische Kommunen die Ganzkörper-Badeanzüge an ihren Stränden untersagt. Dagegen haben zwei Organisationen, die Menschenrechtsliga und ein Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich, Klage vor dem Staatsrat eingereicht. Konkret geht es um die Riviera-Gemeinde Villenneuve-Loubet. Das Urteil dürfte aber als Grundsatzentscheidung auch für die anderen Kommunen gesehen werden.

LehrergewerkschaftAusschluss vom Unterreicht wegen Burka problematisch

Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält Härte im Streit um Burka oder Niqab in der Schule für kontraproduktiv. Ein Ausschluss vom Unterricht sei schon mit Blick auf die Schulpflicht problematisch, sagte GEW-Vorstandsmitglied Hoffmann der "Süddeutschen Zeitung". Wenn der Gesichtsschleier auf einen Weg in Richtung Radikalisierung hindeute, dann verstärke man diesen Prozess mit einem Ausschluss. Denn die einzigen Menschen, die eine junge Frau akzeptierten, seien dann jene, die extreme Positionen hätten. Der Schulalltag sei eine Möglichkeit, andere Weltsichten kennenzulernen und aus dem starren Korsett einer Familie herauszukommen, betonte Hoffmann.

Golf-RegionUS-Kriegsschiff feuert Warnschüsse auf iranisches Schnellboot

Im Persischen Golf hat es einen weiteren Vorfall zwischen einem Schiff der US-Marine und einem iranischen Militärboot gegeben. Wie das US-Verteidigungsministerium in Washington mitteilte, feuerte die amerikanische Fregatte drei Warnschüsse ab, nachdem sich ein iranisches Schnellboot bis auf 200 Meter genähert habe. In dieser Woche war bereits eine Konfrontation zwischen zwei US-Zerstörern und iranischen Schiffen in der Nähe der Straße von Hormus gemeldet worden. Nach US-Angaben spielte sich der Vorgang in internationalen Gewässern ab, Teheran warnte Washington dagegen vor einem Eindringen in seine Hoheitsgewässer.

KirchenasylGrüne in NRW kritisieren Polizeieinsatz in Münster

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen haben den Polizeieinsatz gegen das Kirchenasyl im Kapuzinerkloster Münster als bisher einzigartigen Tabubruch kritisiert. Das Eindringen in die Sicherheit des Kirchenasyls bedeute eine nicht zu rechtfertigende Härte für den Betroffenen, erklärte die Partei in Düsseldorf. Die Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld hatte am Dienstag einen Haftbefehl gegen einen 31-jährigen Ghanaer erwirkt. Er sollte nach Ungarn abgeschoben werden, wo er zuerst registriert worden war. Gestern gab das Verwaltungsgericht Münster einem Eilantrag statt, die Abschiebehaft auszusetzen. Die Versorgung von Flüchtlingen in Ungarn entspreche nicht den Anforderungen des EU-Rechts, so die Begründung. Inzwischen ist der Mann in einer Einrichtung in Nordkirchen untergebracht.

SomaliaTote bei Anschlag auf Restaurant in Mogadischu

Bei einem Anschlag der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind nach bisher vorliegenden Berichten mindestens sechs Menschen getötet worden. Die Angreifer hätten zunächst eine Autobombe vor einem Restaurant an der Strandpromenade gezündet und dann dort um sich geschossen, teilte ein Polizeisprecher mit. Augenzeugen befürchten, dass sich die Zahl der Getöteten noch erhöhen könnte. Die Extremisten, die sich in einer Radiobotschaft zu der Tat bekannten, kämpfen seit Jahren gewaltsam um die Vorherrschaft in Somalia.

US-BörseDow Jones endet im

Der US-Aktienmarkt hat mit leichten Kursverlusten geschlossen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent und ging mit 18.448 Punkten aus dem Handel. Der technologie-orientierte Nasdaq-Index sank um 0,1 Prozent auf 5.212 Punkte.

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Die Visegrad-Gruppe Bremsklotz der europäischen Flüchtlingspolitik

v.l.n.r.: Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, Tschechiens Ministerpräsident Bohuslav Sobotka, die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen der Visegrad Gruppe in Warschau am 21. Juli 2016. (dpa / picture alliance / Pawel Supernak)

Sie gelten als Bremser eines einheitlichen europäischen Vorgehens in der Flüchtlingskrise: die vier Visegrad-Staaten Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei. Besonders die ungarische Regierung setzt auf Abschottung. Das wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu spüren bekommen, wenn sie jetzt in Warschau mit Vertretern der Visegrad-Gruppe zusammentrifft.

Kolumbien Die einzig richtige Entscheidung

Ein Mann liest eine Zeitung, in der der Friedensschluss zwischen der kolumbianischen Regierung und den Farc-Rebellen verkündet wird. (AFP / LUIS ROBAYO)

KOMMENTAR Die kolumbianische Regierung hat sich mit den Farc-Rebellen auf einen Friedensvertrag geeinigt. Das Abkommen sei nicht mehr als ein erster Schritt auf einem langen Weg, meint Ina Rottscheid. Aber es habe keine Alternative gegeben.

Erdbeben in Italien "Mein Haus gibt es praktisch nicht mehr"

Helfer suchen in den Trümmern eines Gebäudes in Amatrice in Italien nach Überlebenden des Erdbebens. (AFP / FILIPPO MONTEFORTE)

Nach dem Erdbeben in Italien mit etwa 240 Toten dauert die Suche nach Überlebenden an. Immer noch können die Helfer Menschen lebend aus den Trümmern retten. Inzwischen werden aber auch Fragen laut, wieso selbst moderne oder sanierte Gebäude den Erschütterungen nicht stand hielten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits.

Offensive in Syrien Kurden ziehen sich zurück

Türkische Panzer fahren in Richtung der syrischen Grenze nahe Karkamis. (AFP / BULENT KILIC)

Die Türkei setzt ihre Bodenoffensive in Syrien fort. Auf bewaffnete Verbände der syrischen Kurden werden die Soldaten dabei wohl nicht treffen: Diese begannen nach eigenen Angaben mit dem Rückzug auf das Gebiet östlich des Euphrats - das hatten sowohl die Türkei als auch die USA gefordert.

Wahlen in Berlin Bezirke bereiten sich auf AfD-Stadträte vor

Ein Plakat der Alternative für Deutschland auf einer Litfasssäule (dpa/Marc Müller)

Die rechtspopulistische AfD eilt von Wahlsieg zu Wahlsieg. Bislang konnte sie die Erfolge nicht in politische Macht ummünzen, doch das könnte sich demnächst ändern - und zwar in den Berliner Bezirken. Dort finden am 18. September die Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt.

Uwe-Karsten Heye "Die Sehnsucht nach einfachen Antworten ist gewachsen"

Seine Warnung vor No-go-Areas in Ostdeutschland brachte Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye im Vorfeld der WM 2006 viele Anfeindungen ein. Auch heute sei es notwendig, den den zivilgesellschaftlichen Widerstand zu stärken, mahnte Heye im Zeitzeugen-Gespräch des DLF.

Drogenrazzien auf den Philippinen "Stimmung wie bei einer Hexenjagd"

In Manila stehen philippinische Bürger an einem Absperrband, nachdem ein Drogendealer getötet wurde. (picture-alliance / dpa / Francis R. Malasig)

INTERVIEW Fast 2.000 Tote innerhalb weniger Wochen, und erschossen wurden die mutmaßlichen Drogendealer von der Polizei oder von Killern. Diese blutige Bilanz sei vor allem dem Kurs des neuen Präsidenten Rodrigo Duterte zuzuschreiben, sagte der Philippinen-Experte Johannes Icking im DLF.

Luftwaffenstütztpunkt Incirlik Eine hilfreiche Stellvertreterdiskussion

KOMMENTAR Die Debatte über den Verbleib der Bundeswehr auf dem NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei ist nach Ansicht von Rolf Clement eine Stellvertreterdiskussion. Man spreche über diesen Stützpunkt, meine aber die deutsche Türkei-Politik insgesamt. Das sei eine Sprache, die der türkische Präsident Erdogan verstehe.

Frankreich Hitzige Debatten über Burkini-Verbot

Die Polizei von Cannes kontrolliert den Strand von Cannes. (picture alliance / dpa - Patrice Lapoirie)

In Frankreich sind an vielen Stränden Burkinis seit diesem Sommer verboten. Trägt eine Frau den umstrittenen Badeanzug, so muss sie dort mit einem Bußgeld rechnen. Im Netz sind inzwischen Bilder aufgetaucht, die Polizisten bei der Durchsetzung dieses Verbotes zeigen.

Walter Jens "Er hatte viele Glücksmomente"

Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Inge Jens sitzt an ihrem Schreibtisch in ihrem Haus in Tübingen, aufgenommen 2012 (picture alliance / dpa / Jan-Philipp Strobel)

In dem Buch "Langsames Entschwinden" schildert Inge Jens den Umgang mit der Demenzkrankheit ihres Mannes. Obwohl er als kranker Mensch kaum wiederzuerkennen war, war er dennoch oft glücklich, sagte die Autorin im DLF. Sie prangert in ihrem Buch auch den Alltag in deutschen Pflegeheimen an.

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Wirtschaft

Weltpremiere US-Start-up testet fahrerlose Taxis in Singapur

Singapurs Skyline bei Nacht (picture-alliance / dpa / Wallace Woon)

Mit selbstfahrenden Fahrzeugen verbindet man Namen wie Google, Uber oder Tesla. Doch nun setzt ein kleines US-Start-up erstmals fahrerlose Taxis ein. Als Testgebiet dient Singapur. Ein echter Mensch kann zur Not eingreifen.

Funktionsjacken Nicht ganz dicht

Zwei Passanten laufen am 19.11.2014 in Tübigen (Baden-Württemberg) bei Nieselregen mit einem türkisfarbenem Regenschirm bzw. blauer Regenjacke den Bürgersteig entlang. (dpa / picture alliance / Inga Kjer)

Wandern, egal bei welchem Wetter - in der Werbung funktioniert das bestens. Im Praxistest der Stiftung Warentest jedoch konnten viele Produkte in Sachen Regenschutz und Atmungsaktivität nicht überzeugen - egal in welchem Preissegment.

Initiative Tierwohl Deutscher Tierschutzbund kündigt Ende der Zusammenarbeit an

Hühner in einer Halle auf Todd Chapman's Geflügelfarm in Clermont, Georgia, USA, aufgenommen 2013 (picture alliance / dpa / Erik S. Lesser)

Der Deutsche Tierschutzbund hat ein Ende der Zusammenarbeit mit der Initiative Tierwohl angekündigt. Die Gründe: Die Initiative arbeite zu intransparent und setze zu niedrige Standards für eine artgerechte Nutztierhaltung.

Haushaltsüberschuss Seltsam verhaltene Debatte über die Verwendung der Milliarden

Eine Ein-Euro-Münze und einige Stapel von verschiedenen anderen Münzen (picture-alliance / dpa / Tobias Hase)

KOMMENTAR Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat es - unter anderem wegen der stabilen Konjunktur im ersten Halbjahr - einen Haushaltsüberschuss in Milliardenhöhe gegeben. Dafür, dass so viel Geld über ist, verlaufe die Debatte über die Verwendung der Milliarden sehr verhalten, kommentiert Theo Geers. Union und SPD wollten ihr Pulver für den Wahlkampf trocken halten.

Wissen

Octobot Der erste weiche Roboter

Der künstliche Krake Octobot bewegt sich autonom (dpa)

Roboter bewegen sich normalerweise eher abgehackt, weil sie aus Blech und harten Metallen bestehen. Nun haben Wissenschaftler aus den USA den ersten weichen Roboter aus Silikonkautschuk vorgestellt. Er könnte zukünftig im Gesundheitswesen eingesetzt werden. Vorbild für die neue, gelenkige Maschine war ein Meerestier.

Überraschung im Teleskop Kometenwolken bei anderen Sternen

Kometenwolke um einen anderen Stern (zeichnerische Darstellung) (UCambridge)

Seit mehr als 20 Jahren kennen die Astronomen eine immer größer werdende Zahl an Exoplaneten, die um andere, zumeist sonnenähnliche Sterne kreisen. Besonders interessant sind dabei Systeme mit mehreren Planeten. Durch den Vergleich mit solchen Systemen können die Wissenschaftler mitunter wichtige Hinweise auf die Entstehung unseres eigenen Planetensystems gewinnen.

Europa

EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei Abbruch wäre formal leicht umzusetzen

Die türkische Fahne weht neben der Fahne der Europäischen Union. Der mögliche EU-Beitritt der Türkei wird seit längerer Zeit kontrovers diskutiert. (MAXPPP/MAXPPP)

Die Türkei gilt als wichtiger EU-Partner in der Flüchtlingskrise. Doch die vergangenen Monate zeigten, das Verhältnis mit den europäischen Partnern ist mehr als angespannt. Immer lauter wird daher über einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen nachgedacht. Und das geht leichter als bisher unterstellt.

Spanien und die Flüchtlinge Zwischen Abschottung und aktiver Hilfe

Menschen versuchen am 3.2.2015, den Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika zu überwinden. (picture-alliance / dpa / Reduan)

Spanien setzt weiter auf eine restriktive Flüchtlingspolitik. Gerade einmal 485 Flüchtlinge wurden bisher aufgenommen. Dabei würden viele Spanier gerne mehr tun, wie das hohe lokale und regionale Engagement belegt. Das Problem: Es fehlt an Geld und der mangelnden Bereitschaft zur Kooperation zwischen Kommunen und Staat.

Kultur

Hans Werner Henze und seine Filmmusik Kino als Passion

Der deutsche Regisseur und Komponist Hans Werner Henze (l, sitzend) gibt am 18.05.1961 auf der Bühne des Rokoko-Theaters in Schwetzingen während einer Probe für das Stück "Elegie für junge Liebende" R (picture alliance / dpa / Heinz-Jürgen Goettert)

Als Hans Werner Henze in Neapel lebte, war er ein passionierter Kinobesucher. So oft es ging, saß der Anfang der 50er-Jahre nach Italien ausgewanderte und lebenshungrige Komponist in einem Filmtheater. Die Filme von Vittorio de Sica, Luchino Visconti, Pier Paolo Pasolini haben Henze lebenslang elektrisiert.

Mäzene, Macht, Millionen Das Museum Ludwig feiert seinen Namensgeber

Köln, Stadtansicht - das römisch germanische Museum, das Museum Ludwig und der Kölner Dom (picture alliance / dpa)

Was motiviert Mäzene, ihre Sammlungen an öffentliche oder private Musseen abzugeben? Soziale Verantwortung, der Wunsch nach Aufmerksamkeit oder vielleicht die Möglichkeit, die Forschung zu beeinflussen? Diese und andere Fragen stellt man sich auch im Kölner Museum Ludwig, das in einer Sonderausstellung seinen Namensgeber feiert.

Soziale Netzwerke Kenias Kunstszene ist in Bewegung

Graffiti an einer Wand des GoDown-Kulturzentrums in Nairobi. (imago stock&people/Xinhua)

Bildende Kunst war in Kenia lange ausschließlich etwas für Touristen oder reiche Ausländer, die in der Hauptstadt Nairobi arbeiten. Aber der Markt ändert sich: Nicht zuletzt dank der sozialen Netzwerke können afrikanische Künstler ihre Werke auch außerhalb klassischer Galerien verkaufen.

Kirche und Kultur Die Kunstakademie der Päpste

Die Kuppel des Pantheons in Rom. Der Eingang zur "Akademie der schönen Künst und der Literatur" befindet sich links neben dem Eingang hinter einer schlichten Holztür. (picture alliance / Daniel Kalker)

Im Sommer kommen besonders viele Touristen nach Rom. Die meisten besichtigen auch das Pantheon. Wohl nur den wenigsten fällt am linken Seitenaltar eine kleine Pforte auf. Sie führt zu einer der ältesten, aber unbekanntesten Kultureinrichtungen Europas.

Literatur

Ein Land im Wandel Die neuen Deutschen

Eine deutsche Fahne an einem Haus. (picture-alliance/ dpa/ Arno Burgi)

Was ist deutsch? Und vor allem wer? Darüber haben sich Herfried und Marina Münkler in ihrem Buch "Die neuen Deutschen" Gedanken gemacht. Ihr Fazit: Künftig könnte nicht mehr die Herkunft oder die Abstammung darüber bestimmen, was deutsch ist, sondern ein gemeinsames Selbstbild.

Zum Tod des Schriftstellers Michel Butor Abschied vom großen Vertreter des "Nouveau Roman"

Michel Butor (picture alliance/dpa/Foto: Serge Assier)

Der französische Schriftsteller Michel Butor ist vor allem mit seinem Roman "Paris – Rom oder Die Modifikation" international bekannt geworden. Nun ist er im Alter von 89 Jahren gestorben.

Thomas-Mann-Haus in Kalifornien "Ein Ort mit politischer Ausstrahlung"

Außenansicht des ehemaligen Wohnhauses des Schriftstellers Thomas Mann in Los Angeles, aufgenommen in den 1980er-Jahren (imago / PEMAX)

Das Haus von Thomas Mann in Kalifornien, in dem er von 1942 bis 1952 lebte, soll verkauft, eventuell sogar abgerissen werden. Um dies zu verhindern, müsste ein klares Signal der Bundesregierung kommen, fordert Hans Wißkirchen, Präsident der Thomas-Mann-Gesellschaft. Seine Gesellschaft könne die Rettung finanziell nicht leisten.

Rachel Cusk Die schweigende Erzählerin

Die kanadische Schriftstellerin Rachel Cusk (AFP / Leon Neal)

In ihrem achten Roman "Outline" perfektioniert die kanadische Schriftstellerin Rachel Cusk eine Art negatives Erzählen. Nicht das, was die Ich-Erzählerin selbst sagt, sondern das, was andere ihr erzählen, charakterisiert die Hauptfigur. Selbst den Namen der Protagonistin erfährt man erst kurz vor Schluss.

Gesellschaft

Schulweg von Kindern Besser zu Fuß gehen, als kutschiert zu werden

Kinder überqueren einen Zebrastreifen. (picture-alliance / dpa / Georg Wendt)

Wer seine Kinder mit dem Auto zur Schule fährt, tut dem Nachwuchs keinen Gefallen. "Kinder, die selbstständig zur Schule gehen, gewinnen Souveränität im Straßenverkehr, das muss man einfach lernen", sagt Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung beim Deutschen Kinderhilfswerk, im DLF.

Bochum Sozialarbeiter im Kindergarten

(Uli Deck/dpa)

Im Ruhrgebiet lebt mehr als jedes vierte Kind von Hartz IV. Oft sind diese Kinder auch bei der Bildung benachteiligt. Bochum testet jetzt einen neuen Ansatz: Sozialarbeiter sollen schon in Kitas Kinder und Eltern unterstützen.

Indien Weniger hinduistische Vegetarier

Ein Inder hebt eine unförmige, rituelle Klinge über den Kopf und zielt auf den Nacken eines Stierkalbes. Ringsherum liegen duzende andere Kälber, die bereits geschlachtet wurden. 2015 wurde das Gadhimai-Festival verboten.

Der Vegetarismus ist tief verankert in Indien - auch religiös. Doch das Essverhalten ist im Wandel. Viele junge Hindus wollen sich den Traditionen nicht mehr beugen. Für die meisten Mitglieder der Mittel- und der Oberklasse ist Fleischgenuss kein Tabu mehr. Dass der überwiegende Teil der indischen Hindus vegetarisch lebt, ist ein Mythos.

Sport

Paralympics in Rio "Gut, dass alle russischen Athleten ausgeschlossen werden"

Der Speerwerfer Mathias Mester beim 6. Integrativen Leichtathletik-Sportfest in Leverkusen.  (imago sportfotodienst)

INTERVIEW Der Paralympics-Speerwerfer Mathias Mester hat den Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics in Rio begrüßt. Dies sei ein Statement in die richtige Richtung gegen Doping, sagte er im DLF. Es gebe aber auch noch andere "schwarze Schafe".

Empfang für Olympia-Mannschaft Würdigungen und ernste Worte vom Bundespräsidenten

Die deutsche Olympiamannschaft wird am Frankfurter Römer von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen. (imago sportfotodienst)

Die deutsche Olympia-Mannschaft ist in Frankfurt gelandet und dort von jubelnden Fans willkommen geheißen worden. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte bei dem Empfang die Leistung der Athleten, erwähnte aber auch die Schattenseiten des Spitzensports.

Programm