Presseschau

Sonntag, 10. Dezember 2017

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Blick in die Zeitungen von morgenvon 23:10 Uhr

Die SPD hat auf ihrem Parteitag in Berlin ihre Spitzengremien personell neu aufgestellt und über ihre politische Zukunft beraten. Außerdem wurde SPD-Chef Schulz im Amt bestätigt.

Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle zeigt sich mit dem Verlauf des Parteitags unzufrieden:

"Es bleibt ein Geheimnis der Sozialdemokraten, wie sie im Osten jemals richtig Fuß fassen wollen. Warum wurden so viele Vertreter aus den neuen Ländern erst im zweiten Wahlgang mit Ach und Krach in den Vorstand gewählt? Denkt man, die Erfahrungen der Menschen aus Halle, Erfurt und Dresden seien nicht wert, gehört zu werden?"

Das STRAUBINGER TAGBLATT blickt auf die Parteitagsdebatten zu den bevorstehenden Sondierungen der SPD mit der Union zur Regierungsbildung und fragt nach "Plan B":

"Hat die SPD einen solchen für den Fall, dass die Gespräche mit der Union scheitern und es zur Neuwahl kommt? Mit Schulz kann sie nicht noch einmal antreten. Aber wer? Olaf Scholz? Er ist aus dem Rennen, ihn hat der Parteitag bei der Vorstandswahl demontiert. Was weder sehr mutig noch sehr weitsichtig war."

Skepsis wird auch in der ALLGEMEINEN ZEITUNG aus Mainz deutlich:

"So langsam sollten wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass auch die Verhandlungen zu einer Großen Koalition nicht zur Bildung einer Koalitionsregierung führen müssen. Allzu offensiv propagieren nicht nur führende Vertreter der SPD die Vorteile einer Minderheitsregierung von CDU und CSU. Auch in der Union mehren sich die Stimmen, die keine GroKo mehr wollen."

Einer dieser Stimmen widmet sich die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg in ihrem Kommentar:

"Die Idee einer Minderheitsregierung, aktuell befeuert vom Gesundheits-, Finanz- und Intrigenfachmann Jens Spahn, wäre geeignet, die Ära Merkel sehr schnell zu beenden. Einmal abgesehen davon, dass Deutschland auf vier Jahre als Verhandlungsgröße in Europafragen auf Schwarzwälder Gartenzwergformat geschrumpft würde."

Die Zeit sei reif für Neues, hält die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG dagegen:

"Deutschland braucht eine Minderheitsregierung - als bestes Mittel gegen Politikverdrossenheit. Endlich gäbe es wieder echte Debatten im Bundestag. Da müsste eine Kanzlerin Mehrheiten im Parlament suchen. Da würden Themen wieder viel stärker die gesellschaftliche Meinung abbilden."

Ins Ausland - zu den Entwicklungen nach der Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Trump. Die Zeitung DIE WELT nimmt Trump in Schutz. Palästinenser bräuchten "keinen US-Präsidenten als Vorwand, um Juden umzubringen". Weiter heißt es:

"Die arabischen Staaten verurteilen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt - dabei haben sie nicht einmal Israel an sich anerkannt. Israel ist ein beliebtes Mittel, von der Dysfunktionalität muslimischer Gesellschaften abzulenken."

Es könne noch mehr Hass bevorstehen, warnt die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen:

"Trump und der israelische Premier Netanyahu verstehen einander so gut, weil sie beide dem Glauben anhängen, der Mächtigere könne diktieren, wo es langgeht. Das stimmt zwar oft. Aber dauerhaft stabile Lösungen entstehen anders."

Heute mit folgenden Zeitungen

  • PRESSESCHAU FÜR "DAS WAR DER TAG"