Die Nachrichten

Offensive in NordsyrienUS-Sanktionen gegen Türkei

Am Abend hatte Präsident Trump Sanktionen gegen die Türkei angekündigt wegen deren Offensive in Nordsyrien. Wenige Stunden später war es dann so weit: Die US-Regierung verhängte Strafmaßnahmen gegen drei türkische Minister. Trump hatte allerdings mit Wirtschaftssanktionen gedroht - ob die nun auch noch kommen, ist unklar. Wie Finanzminister Mnuchin in Washington mitteilte, richten sich die Strafmaßnahmen gegen die türkischen Minister für Inneres, Verteidigung und Energie. Mögliches US-Vermögen von ihnen wird eingefroren, außerdem werden Finanztransaktionen mit ihnen untersagt. Mnuchin sagte, damit zögen die USA die türkische Regierung für eskalierende Gewalt, die Gefährdung unschuldiger Zivilisten und die Destabilisierung der Region zur Verantwortung. Die oppositionellen US-Demokraten kritisierten die Schritte als völlig unzureichend.

Trump spricht von Wirtschaftssanktionen

US-Präsident Trump hatte bereits am Abend Strafmaßnahmen angekündigt, allerdings sprach er von Wirtschaftssanktionen. So sollten Stahlimporte aus der Türkei auf 50 Prozent angehoben und Verhandlungen über ein Handelsabkommen abgebrochen werden. Trump verlangte in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Erdogan ein sofortiges Ende der Militäroperation. Er beauftragte seinen Stellvertreter Pence und den Nationalen Sicherheitsberater O'Brien mit entsprechenden Verhandlungen mit Ankara. US-Verteidigungsminister Esper rief die NATO zu Maßnahmen gegen ihr Mitglied Türkei auf.

Keine EU-Sanktionen

Die EU-Außenminister hatten am Abend bei einem Treffen in Luxemburg keine Sanktionen gegen Ankara beschlossen. Auch ein zuvor im Raum stehendes generelles Rüstungsembargo wurde nicht verhängt. Bundesaußenminister Maas sagte, er gehe aber davon aus, dass künftig kein EU-Staat mehr Rüstungsexporte in die Türkei genehmige. Die Außenminister verurteilten die türkische Offensive scharf. Ankara wies die Kritik zurück und erklärte, man müsse die Zusammenarbeit mit der EU in einigen Bereichen ernsthaft überdenken. Damit könnte das Flüchtlingsabkommen zwischen beiden Seiten gemeint sein.

GriechenlandFlüchtlingslager auf Samos wird nach Brand geräumt

Nach einem Brand in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos haben die Behörden mit der Räumung der Einrichtung begonnen. Das Camp ist mit mehr als 5.000 Menschen völlig überfüllt. Das Feuer war nach Polizeiangaben während Auseinandersetzungen zwischen Migranten entfacht worden. Männer aus Afghanistan und Syrien waren aneinandergeraten, mehrere Menschen wurden durch Messerstiche verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Gruppen auseinanderzuhalten. Die Feuerwehr löschte den Brand anschließend.

"Ocean Viking"Italien lässt 176 Flüchtlinge an Land

Italien lässt 176 im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffes "Ocean Viking" an Land. Die italienischen Behörden genehmigten, dass die Migranten im Hafen von Tarent von Bord gehen, wie die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mitteilte. Sie betreibt das Schiff gemeinsam mit "Ärzte ohne Grenzen". Die "Ocean Viking" hatte die Flüchtlinge am Wochenende im Mittelmeer aufgenommen. Vor dem Regierungswechsel im September hatte der damalige italienische Innenminister Salvini das Einlaufen von Rettungsschiffen in Häfen seines Landes stets zu verhindern versucht. Die neue Regierung hatte sich dann Ende September mit Deutschland, Frankreich und Malta auf einen vorläufigen Verteilungsmechanismus für gerettete Flüchtlinge verständigt.

EcuadorPräsident Moreno zieht umstrittenes Treibstoff-Dekret zurück

In Ecuador hat Präsident Moreno das umstrittene Treibstoff-Dekret zurückgezogen. Er unterzeichnete in der Hauptstadt Quito eine entsprechende Verfügung. Moreno sagte, damit würden die Treibstoffpreise von Mitternacht an wieder auf das frühere Maß zurückgeführt. Der Präsident hatte den Schritt gestern nach Verhandlungen mit Anführern der ecuadorianischen Ureinwohner angekündigt, die im Gegenzug ein Ende der tagelangen gewaltsamen Proteste zusagten. Mit dem Dekret waren auf Druck des Internationalen Währungsfonds staatliche Subventionen für Kraftstoffe gestrichen worden. Dies hatte zu einem starken Anstieg der Preise und in der Folge zu den Protesten mit Toten und Verletzten geführt. Gegen die hohen Preise hatten zunächst die Kraftfahrer aufbegehrt. In der Folge gingen auch Studenten und die indigene Bevölkerung auf die Straße.

Gedenken nach Anschlag in HalleHunderte beim Gottesdienst

In Halle an der Saale haben hunderte Menschen an einem Gedenkgottesdienst für die Opfer des Terroranschlags vom vergangenen Mittwoch teilgenommen. Rund 800 Menschen fanden in der zentralen Marktkirche Platz, darunter auch Angehörige und Freunde der beiden Getöteten. Vor der Kirche versammelten sich etwa 1.000 weitere Anteilnehmende, legten Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Landesbischof Kramer bezeichnete es als "das Wunder von Halle", dass die Tür der Synagoge bei dem Anschlag gehalten habe. Es sei zugleich aber die "Wunde von Halle", dass zwei Menschen sterben mussten. Er nannte den Täter feige und verblendet. Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht kündigte an, die Sicherheitsbehörden seines Bundeslandes personell aufzustocken. Der CDU-Politiker betonte, jüdische Einrichtungen würden künftig rund um die Uhr bewacht. Ein 27-jähriger Mann hatte in Halle einen Mann und eine Frau erschossen, nachdem er zuvor versucht hatte, mit Waffengewalt in die Synagoge von Halle einzudringen. Der Angriff hatte mutmaßlich einen rechtsterroristischen und antisemitischen Hintergrund. Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht kündigte an, die Sicherheitsbehörden seines Bundeslandes personell aufzustocken. Der CDU-Politiker betonte, jüdische Einrichtungen würden rund um die Uhr bewacht.

KatalonienTausende Unabhängigkeitsbefürworter blockieren Flughafen

Bei Protesten von katalanischen Unabhängigkeitsbefürwortern hat es in Barcelona Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. Anlass der Demonstrationen war die Verurteilung prominenter katalanischer Politiker und Aktivisten. Mehrere tausend Menschen versammelten sich zunächst auf der Plaça de Catalunya und forderten die Freilassung der Gefangenen. Später blockierten sie Teile des städtischen Flughafens. Die Polizei ging mit Gummigeschossen und Schlagstöcken gegen die Demonstrierenden vor. Nach Angaben von Rettungskräften wurden 75 Personen verletzt. Gut 100 Flüge mussten gestrichen werden, zahlreiche weitere starteten mit Verspätung. Das Oberste Gericht in Spanien hatte zuvor lange Haftstrafen gegen neun katalanische Separatistenführer verhängt. Der frühere Regionalpräsident Puigdemont hatte sich durch seine Flucht nach Belgien einer Festnahme entzogen. Gegen ihn erließ der Oberste Gerichtshof Spaniens einen neuen internationalen Haftbefehl.

LuxemburgEU berät über möglichen Beitritt von Albanien und Nordmazedonien

Die EU entscheidet heute, ob sie mit Albanien und Nordmazedonien über einen möglichen Beitritt zur Staatengemeinschaft verhandelt. Die französische Regierung bekräftigte am Abend, ein Veto gegen mögliche Beitrittsverhandlungen einzulegen. Paris hält die Reformbemühungen in den beiden Ländern für unzureichend. Frankreich ist damit weitgehend isoliert in der EU, nur die Niederlande und Dänemark haben ebenfalls Zweifel an den Fortschritten der Reformen. Deutschland setzt sich gemeinsam mit den meisten anderen Staaten der Europäischen Union dafür ein, mit Albanien und Nordmazedonien über einen Beitritt zu beraten. Die Bundesregierung verweist darauf, dass die EU-Kommission die von den Mitgliedstaaten gestellten Voraussetzungen für den Start der Gespräche als erfüllt ansieht. Außerdem seien die Verhandlungen den beiden Ländern bereits zugesagt worden.

HongkongErste große Demo seit Vermummungsverbot

In Hongkong haben zehntausende Menschen für einen Gesetzentwurf im US-Kongress demonstriert, der Demokratie und Bürgerrechte in der chinesischen Sonderverwaltungszone fördern soll. Es war die erste genehmigte Demonstration, seit die Hongkonger Regierung ein Vermummungsverbot erlassen hatte. Nach Augenzeugenberichten hielten sich viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen daran. Die Kundgebung verlief insgesamt friedlich. Parteiübergreifend wollen Republikaner und Demokraten im US-Repräsentantenhaus voraussichtlich diese Woche einen Gesetzentwurf für Menschenrechte und Demokratie in Hongkong annehmen. Das Gesetz schreibt wirtschaftliche Sanktionen vor, sollte die Autonomie Hongkongs untergraben werden. Außerdem soll kontrolliert werden, ob die Volksrepublik China die Bürgerrechte und Rechtsstaatlichkeit in Hongkong verletzt.

UkraineDemonstrationen gegen Sonderstatus für den Donbass

In der Ukraine haben Tausende Menschen gegen die Einigung auf einen möglichen Sonderstatus für die Donbass-Region protestiert. Allein in Kiew zogen nach Polizeiangaben mehr als 18.000 Menschen in mehreren Demonstrationen zum Sitz des Präsidenten. Sie warfen ihm eine Kapitulation vor den prorussischen Separatisten im Osten des Landes vor. Die Demonstranten folgten Aufrufen nationalistischer Parteien. Auch in anderen Städten gab es Proteste. Die Konfliktparteien in der Ukraine hatten sich kürzlich auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser sieht nach demokratischen Wahlen einen Sonderstatus für die Separatistenregion Donbass vor. Der 14. Oktober wird in der Ukraine als "Tag des Verteidigers" gefeiert. An diesem Feiertag gehen traditionell nationalistische Kräfte auf die Straße.

TunesienJurist Saied ist neuer Präsident

In Tunesien hat der parteilose Verfassungsrechtler Saied die Präsidentschaftswahl gewonnen. Der 61-jährige emeritierte Juraprofessor habe 72,71 Prozent der Stimmen bekommen, teilte die Wahlbehörde mit. Vor allem junge Tunesier unterstützten Saied: Rund 90 Prozent der 18- bis 25-Jährigen wählten ihn. Regierungschef Chahed bezeichnete die Wahl Saieds wörtlich als "eine Art Referendum gegen die Korruption". Tunesien habe der Welt gezeigt, wie ein friedlicher Übergang möglich sei, sagte Chahed. Hauptthema in Saieds Wahlkampf waren Maßnahmen gegen die Korruption im Land. Kritiker werfen ihm auf der anderen Seite erzkonservative Positionen in Bezug auf die Todesstrafe, auf Homosexualität und die Gleichberechtigung von Mann und Frau vor. Der Präsident hat im politischen Systems Tunesiens nur eingeschränkte Befugnisse. Allerdings gibt er die Leitlinien der Außen- und Sicherheitspolitik vor. Die politische Macht liegt größtenteils beim Regierungschef. Saied hatte immer wieder betont, auch als Präsident parteiunabhängig bleiben zu wollen. Bei der vorangegangenen Parlamentswahl hatten die etablierten tunesischen Parteien viele Wählerstimmen eingebüßt. Das neue Parlament in Tunis wird künftig von sieben Parteien und insgesamt 37 einzelnen Abgeordneten gebildet.

Nach oben zurückspringen

Polen Die PiS politisiert - und sie spaltet

Der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski wird von Anhängern bejubelt (AFP / Wojtek RADWANSKI)

KOMMENTAR In Polen hat die PiS die Wahlen mit deutlichem Stimmenzuwachs klar gewonnen. Die Partei kann allein weiterregieren, weil sie das Land politisiert und die Sozialausgaben für Schwächere erhöht habe, kommentiert Florian Kellermann. Zum Nutzen Polens sollte sie nun in die Mitte rücken.

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Sozialaktivist Ali Can Plädoyer für mehrere Heimaten

Der Publizist und Initiator der Twitter-Aktion "#MeTwo" gegen Alltagsrassismus, Ali Can. (imago / Sven Simon)

INTERVIEW "Wir sollten Deutschsein nicht mehr als Einbahnstraße begreifen", sagte Ali Can im Dlf, "sondern Menschen ermöglichen, dass sie mehrere Heimaten haben dürfen." Der Aktivist und MeTwo-Initiator setzt sich anhand der eigenen Herkunft in seinem neuen Buch mit Alltagsrassismus und Identität auseinander.

Wahlen in Mosambik Weder frei noch fair

Mosambiks Präsident Filipe Nyusi auf einem Wahlplakat vor den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2019 (Deutschlandradio/Stefan Ehlert)

Mosambik gehört zu den zehn ärmsten Staaten der Welt, könnte sich aber in ein paar Jahren zu einem der größten Erdgasexporteure entwickeln. Die Wahlen von Präsident, Parlament und Provinzparlamenten sind deshalb hart umkämpft. Ihr Ergebnis entscheidet darüber, wer von dem zu erwartenden Boom profitieren wird.

Lufthansa Gewerkschaft UFO plant Streiks

Ein Airbus A380 der Lufthansa (imago / Rüdiger Volk)

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO plant Streiks für den kommenden Sonntag. Konkret geht es dabei um Gehaltserhöhungen und die Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge. Im Hintergrund schwelt ein erbitterter Machtkampf zwischen Gewerkschaft und Fluggesellschaft.

Carsharing Private Daten wandern nach Indien

Car-Sharing-Fahrzeuge stehen am 29.02.2016 in Berlin am Straßenrand. (picture-alliance / dpa / Bernd Von Jutrczenka)

Um sich bei Carsharing-Anbietern zu registrieren, müssen Nutzer oft Selfies hochladen. Der Marktführer ShareNow lässt diese Daten dann in Indien verarbeiten - aus Kostengründen. Das Problem: Die Europäischen Datenschutzstandards greifen dort nicht.

Maßnahmen gegen Rechtsextremismus CDU fordert Rückkehr der Vorratsdatenspeicherung

Die Kamera eines Fernsehteams steht auf einem Stativ vor der CDU-Zentrale (picture alliance/dpa/Christoph Soeder)

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat gefordert, die "Gamer-Szene" näher unter die Lupe zu nehmen - als eine Reaktion auf den rechtsextremen Anschlag in Halle. Jetzt hat die CDU ein größeres Paket zur Bekämpfung des Rechtsextremismus vorgelegt - inklusive Vorratsdatenspeicherung.

Nobel-Gedächtnispreis Auszeichnung für Armutsforscher

Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer erhalten 2019 den sogenannten Wirtschaftsnobelpreis (Jonathan NACKSTRAND / AFP)

Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an drei Ökonomen: Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer. Sie werden für ihren experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut geehrt.

Saubere Mobilität Neue Akku-Züge für den Norden

nicht überall im Land sind die Züge sauber unterwegs - nämlich dort, wo die Oberleitungen fehlen und die Loks und Triebwagen mit Dieselantrieb fahren und viel Stickoxid ausstoßen. Schleswig-Holstein ist dafür ein gutes Beispiel, gerade mal 29 Prozent der Bahnstrecken sind dort elektrifiziert. Doch schon in wenigen Jahren soll ein Zug mit Batterie-Antrieb Abhilfe schaffen. (Johannes Kulms)

Weil der Ausbau von Oberleitungen stockt, fahren bisher viele Züge nicht elektrisch, sondern nach wie vor mit Dieselantrieb. Das Land Schleswig-Holstein setzt nun auf eine neue Art der Elektrifizierung: mit Batterie-Antrieb.

Mehr anzeigen

Politik

Türkische Syrien-Offensive "Schwere Krise der internationalen Sicherheitspolitik"

Ein von der Türkei unterstützte Rebell der Syrischen Nationalarmee richtet seine Waffe aus, während im Hintergrund türkische Panzer vorbeifahren (dpa / Anas Alkharboutli)

INTERVIEW Die Kritik am US-Rückzug und am Einmarsch der Türkei in Nordsyrien sei "etwas wohlfeil", sagte der Politikwissenschaftler Johannes Varwick im Dlf. Man müsse die türkischen Sicherheitsinteressen ernster nehmen und dürfe die Türkei nicht noch weiter von der NATO und Europa entfernen.

Regionalkonferenz der Sozialdemokraten Die Sehnsucht der SPD nach Volkspartei

Die Kandidaten für den Parteivorsitz der SPD stehen bei der letzten Regionalkonferenz auf der Bühne und halten übergroße Ballons mit der Aufschrift "#UnsereSPD". Bei der Konferenz geht es um die Nachfolge für die zurückgetretene Parteivorsitzende Nahles. (Lino Mirgeler/dpa/Picture-alliance)

KOMMENTAR Die Wählerentwicklung spreche eine andere Sprache, aber die Idee der Volkspartei eine die Sozialdemokraten weiterhin, kommentiert Johannes Kuhn. Entsprechend harmonisch verliefen die Regionalkonferenzen.

Wirtschaft

5G-Ausbau in Deutschland Chinesischer Konzern Huawei darf offenbar Hardware liefern

March 1, 2018 - Barcelona, Spain - 5G logo during the Mobile World Congress day 4, on March 1, 2018 in Barcelona, Spain.  (imago / Joan Cros)

Außen- und Sicherheitspolitiker hatten sich aus Sorge vor chinesischer Spionage dafür ausgesprochen, keine Huawei-Hardware zu nutzen. Dennoch soll Huawei nun offenbar das deutsche 5G-Mobilfunknetz beliefern.

Arm trotz Aufschwung Was tun gegen Lohn- und Bildungsungleichheit?

Hand hält eine Lohntüte mit mehreren Geldscheinen (picture-alliance / Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Die Einkommensungleichheit hat einen neuen Höchststand erreicht. Trotz guter Konjunktur und günstiger Arbeitsmarktlage klafft die Schere zwischen den Wohlhabenden und den unteren Einkommensgruppen weiter auseinander. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung.

Wissen

Raumsonde New Horizon Der Blick zurück ins eigene Sonnensystem

Die Bahn von New Horizons durch das äußere Sonnensystem (NASA)

Aus dem All sehen viele Dinge ganz anders aus. Manches lässt sich von dort viel besser untersuchen. Die Raumsonde New Horizons hat nun auf ihrem Weg zum Rand des Sonnensystems einmal zurückgeschaut - unter anderem auf die Nachtseiten von Uranus und Neptun, die man von der Erde aus gar nicht sehen kann.

MINT-Förderung Schon zur Schulzeit an der Uni studieren

Der Forscher Rudolf Binder (r) beobachtet am 25.09.2015 im Schülerforschungszentrum Südwürttemberg in Bad Saulgau (Baden-Württemberg), wie Schüler Luca Braunger (Mitte) eine bestimmte Menge gefärbtes Wasser mit einer Pipette entnimmt.  (dpa/ picture alliance / Felix Kästle)

Seit zehn Jahren fördert die TU München begabte Schülerinnen und Schüler im MINT-Bereich. Während ihrer Schulzeit können sie an der Uni vier Semester studieren. Im zweiten Jahr forschen sie sogar an einem eigenen Projekt.

Europa

Urteil im Katalonien-Prozess Ein Warnschuss für die Zukunft

Blick in den Gerichtssaal beim Katalonien-Prozess in Madrid. Man sieht unter anderem die Unabhängigkeitsführer Joaquim Forn, Raul Romeva and Oriol Junqueras (erste Reihe von links nach rechts)  (AFP / Emilio Naranjo)

KOMMENTAR Dass die katalanischen Separatistenführer nicht der Rebellion schuldig gesprochen wurden, ist nachvollziehbar, kommentiert Marc Dugge. Mit dem Unabhängigkeits-Referendum hätten sie sich aber über geltende Gesetze hinweg gesetzt. Dies dürfe ein Rechtsstaat nicht dulden.

Fünf-Sterne-Bewegung Wandel einer Protestbewegung in gewohnt drastischer Wortwahl

Beppe Grillo, der Anführer der "5-Sterne"-Bewegung, wirbt am 2. Dezember 2016 in Turin für ein "Nein" beim Referendum über eine Verfassungsreform in Italien. (dpa / picture alliance / ANSA / Alessandro Di Marco)

In Neapel haben Mitglieder und Unterstützer der Fünf-Sterne-Bewegung zwei Tage lang den zehnten Geburtstag der politischen Formation gefeiert. Von ihren Anfängen hat sich die Partei längst emanzipiert. Wie es weitergehen soll, ist umstritten.

Kultur

Vokalzyklen von György Kurtág Verborgen in Gesten

Susan Narucki im Porträt (Lisa-Marie Mazzucco)

György Kurtág gilt in der Nachfolge von Anton Webern als Meister der wenigen Töne. Zu seinem relativ kleinem Werkkatalog gehören auch diverse Vokalzyklen. Die Sopranistin Susan Narucki präsentiert auf ihrer aktuellen CD "The Edge of Silence" einige von ihnen in einer beeindruckenden Interpretation.

Einfluss islamischer Denker Gelungenes Spiel mit alten Klischees

Das Gemälde von John Frederick Lewis aus dem Jahr 1868 (A Memlook Bey, Egypt), zeigt einen Mann (Selbstportrait) mit Turban und Kleidung des Mittleren Ostens. (picture alliance / dpa)

Über Jahrhunderte schaute die westliche Welt bewundernd auf den Orient. Seit die Islamophobie auf dem Vormarsch ist, hat sich der Blick verändert: Statt satter Farben denken viele an Gotteskrieger. Die Londoner Schau "Inspired by The East" will mit diesen Vorurteilen aufräumen.

Literatur

Gøhril Gabrielsen: "Die Einsamkeit der Seevögel" Protokoll eines privaten Untergangs

Vereiste Küste zur Abenddämmerung, Gimsoy, Lofoten, Norwegen, Europa  (imago/imagebroker/HeinzxHudelist )

Eine junge Wissenschaftlerin will am nördlichsten Rand Norwegens die Einflüsse klimatischer Veränderungen auf die Seevögel untersuchen. In der einsamen Fremde auf sich selbst zurückgeworfen, stößt sie auf die dunkle Seite ihres Ichs und verliert nach und nach die Kontrolle.

Olga Tokarczuk: "Die Jakobsbücher" Panorama einer krisenhaften Welt

Die polnische Autorin und frisch gekürte Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk steht vor ihrer Lesung in Bielefeld an einem Bücherregal.  ( Friso Gentsch/dpa/picture-alliance)

Das Opus Magnum der frisch gekürten Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk spürt einer der bedeutendsten Figuren des 18. Jahrhunderts nach, dem polnischen Mystiker Jakob Frank. Ein schillerndes Portrait eines Grenzgängers an der Schwelle zur Moderne - mit Bezügen zu unserer Gegenwart.

Gesellschaft

Rücktritt von Bischof Carsten Rentzing "Man kann nicht einfach sagen, das ist lange her"

Sachsens neuer Landesbischof Carsten Rentzing blickt am 29.08.2015 in der Kreuzkirche in Dresden (Sachsen) nach dem Einführungsgottesdienst zu den Gästen. (picture alliance / Matthias Hiekel)

Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing ist zurückgetreten. Im Dlf kritisierte der Journalist und Kirchen-Kenner Philipp Greifenstein die Form als nicht angemessen. Die Gläubigen hätten ein Recht auf eine Erklärung. Der Bischof steht wegen rechten Schriften in der Kritik.

Philosoph Julian Nida-Rümelin Der antisemitische Bodensatz ist "wieder sehr massiv"

Julian Nida-Rümelin, Philosoph (imago/C. Hardt/Future Image)

INTERVIEW Der Terroranschlag auf die Synagoge in Halle habe das Land schwer erschüttert, sagte der Hochschullehrer für Philosophie und ehemalige Kanzleramtsminister für Kultur, Julian Nida-Rümelin, im Dlf. Jetzt müsse es darum gehen, wie die zivile Kultur im Land zu sichern sei.

Sport

Universiade-Bewerbung "Eine solche Veranstaltung passt zu Deutschland"

Das Team Deutschland marschiert bei der Eröffnungsfeier der Universiade 2017 in Taipeh ins Stadion. (Klaus Bardenhagen)

INTERVIEW Die Weltspiele der Studierenden - Universiade 2025 - in Deutschland? "Das halte ich für unterstützenswert", sagte Linken-Politiker André Hahn im Dlf. Nach Dlf-Informationen ist die Metropolregion Rhein-Ruhr wohl mittlerweile die einzige deutsche Kandidatin für die Ausrichtung der Spiele.

Kipchoge läuft Marathon unter zwei Stunden Der PR-Coup hinter dem historischen Lauf

Aufmerksamkeit war Eliud Kipchoge bei seinem Marathon-Rekordversuch sicher - und damit auch Ineos, dem Sponsor des Events. (imago images / Xinhua)

Eliud Kipchoge hat es geschafft. Er ist 42,195 Kilometer in 1:59:40,2 Stunden gelaufen und damit als erster Mensch auf der Marathon-Distanz unter zwei Stunden geblieben. Dahinter stecken aber nicht nur sportliche Ambitionen - sondern auch ein umstrittener britischer Milliardär.

Programm