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Medienberichte: CDU plant Sonderparteitag Ende April oder Anfang Mai

Die Nachrichten

CDUSonderparteitag für Ende April oder Anfang Mai geplant

Zur Neuwahl des CDU-Vorsitzes will die CDU Medienberichten zufolge einen Sonderparteitag einberufen. Als mögliche Termine gelten der 25. April oder der 9. Mai, wie mehrere Nachrichtenagenturen melden. Endgültig stehe das Datum aber noch nicht fest. Damit erfolgt die Klärung der Personalfrage schneller als ursprünglich von der Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer geplant. Das CDU-Präsidium berät zur Stunde in Berlin über die Nachfolge Kramp-Karrenbauers. Später ist auch noch ein Treffen des Vorstandes geplant. Die Rufe nach einem Fahrplan für die Wahl zum Parteivorsitz und für die Kanzlerkandidatur waren nach dem schlechten Ergebnis für die CDU bei der Bürgerschaftswahl gestern in Hamburg lauter geworden. Der stellvertretende Parteivorsitzende Strobl äußerte die Hoffnung, dass sich die Anwärter Merz, Spahn und Laschet einvernehmlich einigen. Er wisse allerdings, dass die Chancen dafür nicht sonderlich gut stehen, sagte Strobl im ZDF. Auch seine Kollegin im Vorstand Klöckner sprach sich für eine solche so genannte Team-Lösung aus. Als einziger hat bisher der Außenpolitiker Röttgen offiziell seine Kandidatur angekündigt.

BerlinReaktionen auf die Hamburg-Wahl

Nach einem spannenden Wahlabend in Hamburg beraten die Parteien in Berlin heute über die Ursachen und Folgen des - immer noch nicht endgültigen - Ergebnisses. Welchen Anteil haben die Bundesparteien gehabt, welchen die Regierungskrise in Thüringen? Rot-Grün kann in Hamburg mit komfortabler Mehrheit weiterregieren. Die Bundesvorsitzende der SPD, Esken, führt den Sieg ihrer Partei bei der Hamburger Bürgerschaftswahl auf eine "solide Regierungsarbeit" in der Hansestadt zurück. Der Erste Bürgermeister Tschentscher habe eine gute Bilanz vorzuweisen, womit er habe punkten können, sagte Esken im Deutschlandfunk (Audio-Link). Der Wahlkampf sei sehr gut auf die Stadt abgestimmt worden. Grünen-Chefin Baerbock betonte nach dem Erfolg ihrer Partei in Hamburg, die Themen wie "gute Klima- und Verkehrspolitik" hätten sich durchgesetzt.

Die Rolle Thüringens

CDU-Generalsekretär Ziemiak sprach von einem bitteren Tag. Er führte das schlechte Abschneiden seiner Partei auch auf die umstrittene Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zurück. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Breher räumte eine Mitschuld der Bundesspitze an den deutlichen Stimmverlusten ein. Die Hamburger CDU sei wegen der Situation in Thüringen und in der Bundespartei nicht mit ihren Themen durchgedrungen, sagte Breher im Deutschlandfunk (Audio-Link). Auch die stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Beer stellte einen Bezug zur Wahl in Thüringen her. Der Fehler ihrer Partei habe Menschen irritiert, es sei Vertrauen verloren gegangen, sagte Beer im Deutschlandfunk. Sie bedauerte, dass es auch dadurch nicht gelungen sei, im Wahlkampf über Hamburger Themen wie die Verkehrssituation zu sprechen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Gottschalk räumte angesichts leichter Stimmverluste Fehler seiner Partei ein. Insbesondere die Veröffentlichung eines sogenannten "Malbuchs", das als rassistisch kritisiert worden war, sei nicht hilfreich gewesen, sagte er im Deutschlandfunk (Audio-Link). Zugleich kritisierte er die Debatte nach dem rassistischen Terroranschlag von Hanau. Vertreter anderer Parteien hatten der AfD geistige Brandstiftung und damit eine Mitschuld an der Tat vorgeworfen. Die Bundesvorsitzende der Linken, Kipping, begrüßte den leichten Zugewinn der eigenen Partei und betonte, zentrale Botschaft aus Hamburg sei, die Parteien, die im Zweifelsfall für die AfD stimmten, seien abgestraft worden.

Ergebnis der "vorläufigen Auszählung"SPD stärkste Kraft

Rot-Grün kann in der Hamburger Bürgerschaft weiterregieren. Die SPD hat Stimmen verloren, bleibt aber deutlich stärkste Kraft, und die Grünen gleichen diese Verluste durch ihre Zugewinne mehr als aus. FDP und AfD dürften nun doch beide in der Bürgerschaft vertreten bleiben, das vorläufige amtliche Endergebnis steht aber nach wie vor aus. Nach dem Sieg der SPD bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg will der Erste Bürgermeister Tschentscher zunächst mit den Grünen über ein mögliches Regierungsbündnis sprechen. Eine Fortsetzung der bisherigen rot-grünen Koalition sei eine naheliegende Option, sagte Tschentscher im ARD-Fernsehen.Die Spitzenkandidatin der Grünen, Fegebank, sprach von einem klaren Wählerauftrag für die Fortsetzung der Koalition. Die SPD bleibt nach der vereinfachten Auszählung der Stimmen mit 39,0 Prozent trotz Verlusten die stärkste politische Kraft. Dahinter kommen die Grünen mit 24,2 Prozent. Die CDU erreicht mit 11,2 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis in der Hansestadt, die Linke kommt auf 9,1 Prozent. Die AfD ist demnach mit 5,3 und die FDP mit 5,0 Prozent in der neuen Bürgerschaft vertreten. Wegen eines möglichen Auszählungsfehlers in einem Wahllokal, der die FDP begünstigt hätte, ist es noch möglich, dass die Freien Demokraten am Ende doch noch knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Aufgrund des Hamburger Wahlverfahrens wird das vorläufige amtliche Endergebnis frühestens am Abend des heutigen Montags erwartet. Die Wahlbeteiligung lag mit 62 Prozent deutlich höher als bei der letzten Wahl 2015. Die Spitzenkandidaten von CDU und FDP machten die Bundespolitik und die jüngsten Ereignisse in Thüringen für ihr schlechtes Abschneiden mit verantwortlich. Die Linke erklärte, man sehe sich weiter in der Opposition. Die AfD sprach von einer „Ausgrenzungskampagne“. Über die bundespolitische Bedeutung der Hamburg-Wahl beraten die Parteien heute in Berlin.

HamburgMöglicher Auszählungsfehler stellt FDP-Ergebnis infrage

Der Einzug der FDP in die Hamburger Bürgerschaft steht wegen einer möglichen Verwechslung bei der Stimmenauszählung in Frage. In einem Wahllokal im Bezirk Hamburg-Langenhorn kamen die Liberalen nach der vereinfachten Auszählung auf 22,4 Prozent, die Grünen hingegen nur auf 5,1 Prozent. In ganz Hamburg war das Ergebnis umgekehrt ausgefallen. Landeswahlleiter Rudolf nannte das "auffällig". Sollte es eine Verwechslung der Zuordnung gegeben haben, würden auf die FDP 423 Stimmen weniger entfallen als bisher angenommen. Da die Partei insgesamt nach den vorläufigen Zahlen nur um 121 Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde liegt, könnte dies dazu führen, dass sie den Einzug ins Stadtparlament doch noch verpasst. Für das amtliche Endergebnis, das für den Abend erwartet wird, werden die Stimmen ohnehin neu ausgezählt, so Rudolf. Dann würde auch ein Irrtum festgestellt werden.

CoronavirusChina verschiebt Nationalen Volkskongress

Wegen der Coronavirus-Epidemie verschiebt China die jährliche Sitzung des Nationalen Volkskongresses. Über einen neuen Termin solle später entschieden werden, berichtete der Staatssender CCTV. Es ist seit der Kulturrevolution das erste Mal, dass der Volkskongress verschoben wird. Eigentlich war das Treffen für März geplant. Die chinesische Gesundheitskommission meldete heute 150 neue Todesfälle - so viele wie noch nie innerhalb eines Tages. Damit sind in China 2.592 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben. In Europa ist Italien mit mehr als 150 Infektionen am schwersten betroffen.

Nach Corona-EntwarnungZuverkehr mit Italien wieder planmäßig

Nach der kurzzeitigen Unterbrechung des Zugverkehrs über den Brenner gibt es laut den Österreichischen Bundesbahnen keine Einschränkungen mehr auf der Strecke. Wegen des Verdachts auf das neue Coronavirus war gestern Abend ein Zug von Venedig nach München gestoppt worden. Der Eurocity konnte um kurz vor Mitternacht weiterfahren, nachdem Entwarnung gegeben worden war. Auch die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Zugverkehr von und nach Italien heute wieder planmäßig verläuft.

Wikileaks-Gründer AssangeAnhörungen im Auslieferungsverfahren beginnen in London

Im Verfahren um die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Assange an die USA beginnen heute in London die Anhörungen. Washington verlangt seit Jahren eine Überstellung des 48-jährigen Australiers. Er ist in den USA wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Wikileaks hatte 2010 hunderttausende geheime Papiere vor allem zum Irak-Krieg ins Internet gestellt. Sie enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze in dem Land, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen erklärte, eine Auslieferung Assanges an die USA wäre ein Angriff auf die Pressefreiheit. Der Journalist Heribert Prantl hatte zuletzt erneut an die Bundesregierung appelliert, dem Wikileaks-Gründer notfalls Asyl zu gewähren. Das Verfahren gegen Assange sei ein großangelegter Versuch der USA, seine Persönlichkeit zu zerstören und damit ein abschreckendes Beispiel zu statuieren, sagte Prantl im Deutschlandfunk.

KeniaSteinmeier von kenianischem Präsidenten empfangen

Bundespräsident Steinmeier ist zu einem Staatsbesuch in Kenia eingetroffen. Er wurde vom kenianischen Präsidenten Kenyatta mit militärischen Ehren und 21 Salutschüssen begrüßt. Beide führten anschließend ein Gespräch miteinander. Am Morgen hatte sich Steinmeier bereits mit Vertretern der kenianischen Zivilgesellschaft getroffen und mit diesen über die Situation in dem ostafrikanischen Land diskutiert. Vorgesehen sind auch Gespräche mit Wirtschaftsvertretern beider Staaten. Zu Beginn des Besuchs rief Steinmeier in der Tageszeitung "Daily Nation" Europa dazu auf, sich stärker dem afrikanischen Kontinent zuzuwenden und mit ihm enger zusammenzuarbeiten. Eine gute Zukunft Afrikas sei für die Entwicklung des ganzen Planeten von entscheidender Bedeutung. Es ist der erste offizielle Staatsbesuch eines Bundespräsidenten in Kenia seit 1966. Am Donnerstag reist Steinmeier dann in den Sudan.

Nach HanauWinnenden-Angehörige fordern Konsequenzen beim Waffenrecht

Hinterbliebene des Amoklaufs von Winnenden fordern nach dem rassistischen Anschlag von Hanau weitere Verschärfungen des Waffenrechts. Es sei bekannt gewesen, dass der Täter psychisch krank gewesen sei, sagte die Vorstandsvorsitzende der "Stiftung gegen Gewalt an Schulen", Mayer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Außerdem habe man gewusst, dass der 43-jährige Sportschütze Waffen besaß. Solche Informationen müssten zusammengeführt werden. Mayer verlangte zudem eine regelmäßige Überprüfung von Waffenbesitzern. Denn es könne immer wieder Ereignisse im Leben geben, die jemanden aus der Bahn würfen. Die "Stiftung gegen Gewalt an Schulen" ist aus dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hervorgegangen. Mayer hatte bei dem Amoklauf 2009 ihre Tochter verloren. Der Täter befand sich in psychotherapeutischer Behandlung. Die Waffe stammte vom Vater, einem Schützen.

IndienUS-Präsident Trump zu Besuch eingetroffen

US-Präsident Trump ist zu einem Besuch in Indien eingetroffen. Er landete in Ahmedabad im Westen des Landes. Dort ist ein gemeinsamer Auftritt mit Premierminister Modi vor rund einhunderttausend Menschen geplant, in einem neu gebauten Kricket-Stadion, das das größte der Welt sein soll. Weitere Stationen der zweitägigen Indien-Reise Trumps sind Agra und Neu Delhi.

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SPD nach der Hamburg-Wahl Esken: "Ergebnis guter Regierungsarbeit"

Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, spricht während der Debatte zur Aktuellen Stunde zum Klimagipfel in Madrid im Bundestag  (dpa / Fabian Sommer)

INTERVIEW Der Erfolg der SPD in Hamburg sei nicht nur auf den Wahlkampf von Spitzenkandidat Peter Tschentscher zurückzuführen. Die Partei habe auch auf Bundesebene klare Haltung gezeigt, sagte die Co-Vorsitzende der SPD, Saskia Esken, im Dlf. Die Politik Tschentschers sei "sehr gut auf Hamburg abgestimmt".

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Ergebnisse aus Hamburg SPD stärkste Kraft - möglicher Fehler bei der FDP

Eine Wahlhelferin leert in einem Wahllokal für die Stimmauszählung die Wahlurne mit den Stimmzetteln zur Wahl in Hamburg. (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)

Rot-Grün kann in der Hamburger Bürgerschaft weiterregieren. Die CDU verliert, die Linke gewinnt leicht hinzu. Die AfD bleibt in der Bürgerschaft vertreten, die FDP muss aufgrund eines möglichen Auszählungsfehlers nun doch wieder bangen.

FDP in Hamburg Beer: "Haben kein Problem mit der Abgrenzung nach rechts außen"

Nicola Beer, Spitzenkandidatin (FDP) im Europawahlkampf  (dpa / Carsten Koall)

INTERVIEW In Hamburg habe die FDP aufgrund der Ereignisse von Thüringen Vertrauen verloren. Dieses müsse jetzt wieder aufgebaut werden, sagte Nicola Beer, stellvertretende Parteivorsitzende der FDP, im Dlf. Die FDP sei immer gegen Extremismen aufgestanden und habe kein Problem mit der Abgrenzung zur AfD.

Heribert Prantl zu Julian Assange "Es gilt, für jemanden einzutreten, dem übelst mitgespielt wird"

Porträt von Heribert Prantl (imago/Sven Simon)

INTERVIEW Das Verfahren gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange sei ein groß angelegter Versuch der USA, ein abschreckendes Beispiel zu statuieren, sagte der Journalist Heribert Prantl im Dlf. Nun gehe es darum, einen verdienten Aufklärer zu rehabilitieren - und für die Zukunft der Pressefreiheit einzutreten.

Lungenkrankheit Covid-19 Wie gefährlich ist das neue Coronavirus?

Konzeptionelle Darstellung einer Virusinfektion der Lunge mit einem Mers Coronavirus  (imago / Science Photo Library)

Laut Experten greifen die drastischen Maßnahmen der chinesischen Regierung im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie, trotzdem steigt die Zahl der Infizierten und der Todesopfer weiter. Die Weltgesundheitsorganisation hatte Ende Januar den "internationalen Gesundheitsnotstand" ausgerufen.

Thüringen Eine neue Farbenlehre

Bodo Ramelow (Die Linke), Astrid Rothe-Beinlich (Bündnis90/Die Grünen), und Raymond Walk (CDU) begrüßen sich im Thüringer Landtag. (dpa / Martin Schutt )

KOMMENTAR Die CDU hat Thüringen in eine schwere Staats- und Verfassungskrise geritten, als sie auf die Finte der AfD hineinfiel. Seitdem hatte die Partei viele Chancen, dem Land und sich selbst zu nutzen - und keine davon genutzt, kommentiert Henry Bernhard. Die Verantwortung dafür liegt in Erfurt wie in Berlin.

Bundesverfassungsgericht urteilt Wann soll Sterbehilfe strafbar sein?

Eine Krankenschwester hält die Hand einer sterbenskranken Patientin (picture alliance/ JOKER/ Ines Baier)

Am 26. Februar verkündet das Bundesverfassungsgericht, ob die aktuelle Regelung zur Sterbehilfe mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Genau geht es um das Verbot der "gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung". Schwerkranke Patienten, Sterbehilfevereine und Ärzte fordern Klarheit.

Alzheimer-Forschung Das Rätsel des Vergessens

Illustration der Entstehung von Amyloid-Plaques (gelb) auf den Nervenzellen des Gehirns (blau) (imago stock&people)

Alzheimer ist mit fast 50 Millionen Betroffenen weltweit die Hauptursache für Demenz. Seit Jahren suchen Forscher und Pharmafirmen nach einem wirksamen Mittel gegen die Erkrankung. Ein Kandidat ist Aducanumab: Der Wirkstoff galt bereits als gescheitert, nun soll er womöglich doch eingesetzt werden.

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Politik

Wolfgang Thierse (SPD) "Rechtsextremisten keinen Zipfel der Macht überlassen"

Wolfgang Thierse bei einer Rede (dpa / Andreas Gebert)

INTERVIEW DER WOCHE Die Gesellschaft sei polarisiert und zersplittert, sagte Wolfgang Thierse (SPD), ehemaliger Bundestagspräsident, im Dlf. Er warnte deshalb ausdrücklich vor einer Zusammenarbeit mit der AfD und bezeichnete die Wahl in Thüringen durch die "Höcke-AfD" als Sündenfall.

Nach Hanau Auf dem Spiel stehen Menschlichkeit und Demokratie

Ein Demonstrationszug zieht in Gedenken an die Opfer vom rechtsextremen Anschlag in Hanau vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln, auf einem Schild steht: "Rechten Terror stoppen!", aufgenommen am 20.02.2020 in Berlin. (picture alliance/Geisler-Fotopress)

KOMMENTAR Um rechtsextremer Ideologie vorzubeugen, seien ein überparteiliches Maßnahmenpaket im Bundestag und viele weitere Vorkehrungen vorstellbar, kommentiert Marcus Pindur. Nur eines gehe nicht - nach den rassistischen Morden von Hanau zur Tagesordnung zurückzukehren.

Wirtschaft

US-Außenpolitiker Colby "Handelskrieg mit China war absolut entscheidend"

Donald Trump und Liu He unterzeichen an getrennten Tischen nebeneinander sitzend einen Vetrag. Im Hintergrund sind ihre Delegationen sowie die chinesische und die US-Flagge zu sehen. (dpa-bildfunk / AP / Evan Vucci)

INTERVIEW China sei mittlerweile so mächtig, dass der Westen seine gesamte politische Lage neu überdenken müsse, sagte der US-Außenpolitiker Elbridge Colby im Dlf. Der Handelskrieg habe gezeigt, dass nur die USA stark genug seien, China direkt gegenüberzutreten. Nun müsse Europa China "oben auf die Prioritätenliste" stellen.

Logistik und Epidemien Spezialkrankenwagen für hochinfektiöse Patienten

Dutzende Feldbetten stehen in einer Turnhalle auf dem Gelände des Flughafens in Frankfurt für die Ankunft von rund 90 Menschen aus dem vom Corona-Virus besonders betroffenen chinesischen Gebiet um Wuhan bereit. Die Menschen sollen nach einer ersten Untersuchung ins rheinland-pfälzische Germersheim gebracht werden, wo sie weitere zwei Wochen in Quarantäne bleiben sollen. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Im Fall einer Epidemie: Wie werden da eigentlich Patienten etwa vom Flughafen in die nächste Klinik transportiert, ohne die Rettungswagen-Besatzung zu gefährden? Eine Lösung sind Spezialkrankenwagen für hochinfektiöse Patienten, wie sie etwa die „MedCareProfessional GmbH“ in Hattingen nutzt.

Wissen

Brustkebs-Bluttest Von der Weltsensation zum Medizinskandal

Eine Reihe von menschlichen Blutproben in einem Labor (Copyright imago images / Westend61)

Eine Weltsensation sollte er sein: ein Bluttest zur Früherkennung von Brustkrebs. Doch der Meilenstein in der Brustkrebsdiagnostik war überhaupt nicht marktreif- und wurde zum Skandal für die Heidelberger Universitätsfrauenklinik. Der Hauptverantwortliche der Affäre klammert sich immer noch an seinen Posten.

UN-Konferenz zum Schutz von Wildtieren "Tiere global und dynamisch schützen"

Ein Weißstorchpaar steht in seinem Nest, während im Hintergrund der zunehmende Mond am Nachthimmel zu sehen ist. (dpa/ picture-alliance/ Patrick Pleul)

INTERVIEW Wale, Zugvögel und Gnus überschreiten Grenzen, die Menschen in die Landschaft gesetzt haben und die ihnen das Leben schwer machen, neben dem Klimawandel und der fortschreitenden Zerstörung ihrer Lebensräume. Der Ornithologe Martin Wikelski plädiert im Dlf für einen internationalisierten Artenschutz.

Europa

EU-Haushaltsgipfel Wir verdienen uns an der EU dumm und dämlich

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf dem EU-Haushaltsgipfel am 20.2. in Brüssel (AFP / Ludovic Marin )

Auch wenn es um rund eine Billion Euro für die nächsten sieben Jahre geht und die EU-Staats- und Regierungschefs tief zerstritten sind, dürften sie dabei das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren, meint Peter Kapern. Bezogen auf Deutschland hieße das: Wir profitieren enorm von der EU, trotz aller Kosten.

Der Traum vom All Luxemburg will den Weltraum erobern

Symbolbild für das Galileo-Navigationssystem mit einem Satelliten vor der Erdkugel mit Europa (imageBROKER)

Luxemburg zieht es ins All. Aus strategischen und ökonomischen Gründen. Mit viel Geld und Expertenwissen von außerhalb hat der frühere luxemburgische Wirtschaftsminister Etienne Schneider den Boden dafür bereitet.

Kultur

US-Musikerin Torres  Kathartische Wege ins Unbewusste

(Ashley Connor)

Mackenzie Scott alias Torres befreit sich durch Musik von erlittenem Leid, von Strenge und konservativer Körperfeindlichkeit im Süden der USA. Auch deswegen ist das dritte Album der 26-Jährigen Gitarristin und Sängerin eine tanzbare Feier des weiblichen Körpers.

Ensemble Resonanz Mozart unter Starkstrom

Schwarz gekleidete Musiker in Abendgarderobe stehen und sitzen mit ihren Instrumenten vor einem Fabrikgebäude (Tobias Schult)

Riccardo Minasi und das Ensemble Resonanz widmen sich auf ihrer neuen CD den letzten drei Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie offenbaren dabei die Kontraste und das dramatische Potenzial der Musik. Für unseren Kritiker einer der "aufregendsten Mozart-Beiträge unseres noch jungen Jahrtausends".

Literatur

Paul Celan: "etwas ganz und gar Persönliches" Liebesbriefe und die Liebe zum Gedicht

Ein Rotweinfleck auf einem Gedichtmanuskript des Schriftstellers Paul Celan. (picture alliance / dpa / Daniel Naupold)

Der Dichter Paul Celan hat mit der „Todesfuge“ das berühmteste deutschsprachige Gedicht des 20. Jahrhunderts geschrieben. Seine wichtigsten Lebenszeugnisse wurden jetzt in einer „Biografie in Briefen“ zusammengestellt und können Etliches aus seinem Leben erhellen.

Sodom und Gomhorra: Betrübnisse von Monsieur de Charlus

"Sodom und Gomorrha", von Marcel Proust, Komposition Hermann Kretzschmar, Regie Iris Drögekamp. Michael Rotschopf. © SWR/Monika Maier, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung und bei Nennung "Bild: SWR/Monika Maier" (S2). SWR-Presse/Fotoredaktion, Baden-Baden, Tel: 07221/929-22453, Fax: -929-22059, foto@swr.de (SWR-Pressestelle/Fotoredaktion)

Der dritte Teil der Hörspielfassung von Marcel Prousts Roman spielt in der Normandie. Neben Marcels Liebe zu der jungen und koketten Albertine Simonet und seiner krankhaften Eifer­sucht bei dem Verdacht, sie begehre Frauen, steht die Beziehung des hochadli­gen Baron de Charlus zum jungen Geiger Morel im Zentrum.

Gesellschaft

Gewalt gegen Migranten Ataman: "Wir wollen Schutz"

Auf einem Plakat während einer Mahnwache steht: Stoppt die Hetze! Rassismus tötet! (imago / Ralph Peters)

INTERVIEW Migranten in Deutschland fühlten sich massiv unsicher - allerdings nicht erst seit dieser Woche, sagte die Journalistin Ferda Ataman im Dlf. Die Gesellschaft habe schon lange ein Rassismusproblem, dem die Politik entgegenwirken müsse. Mit Sicherheitsmaßnahmen sei es dabei nicht getan.

Rassismus in Deutschland Ich habe das Gewöhnen so satt

Demonstrationen in Hamburg gegen Rassismus und Faschismus. (dpa/ Markus Scholz)

Als Kind vietnamesischer Eltern kenne sie Rassismus seit ihrer Kindheit, kommentiert Anh Tran. Nun sei es an der Zeit, sich in Deutschland für eine nicht-weiße Perspektive zu öffnen, zuzuhören und gemeinsam gegen den Hass zu arbeiten.

Sport

Amateursport nach dem Anschlag in Hanau Vom Gedenken zur Integration

Zu sehen ist das Freiburger-Fußball-Stadion. Auf dem Rasen stehen in einem Halbkreis die Spieler von Freiburg und Düsseldorf, auf der Leinwand wird den Opfern des Anschlags in Hanau gedacht. (imago images / Pressefoto Baumann)

Nicht nur in der Fußball-Bundesliga, auch im Breitensport wird der Opfer des rechten Terrors in Hanau gedacht. Mit reinem Gedenken sei es aber nicht getan, sagen manche Amateurvereine. Sie arbeiten daran, aus Schweigeminuten eine gelebte Integration zu machen. Denn oft wird Potenzial liegengelassen.

40 Jahre "Miracle on Ice" Das Eishockey-Wunder

Am 22. Februar 1980 treffen beim olympischen Eishockeyturnier in Lake Placid die USA und die Sowjetuinion aufeinander. Die USA gewann das Spiel, welches als 'Miracle on Ice' in die Geschichte einging, mit 4:3. (Heinz Wieseler / picture alliance / dpa)

Wunder erlebt der Sport immer wieder - wie bei den Winterspielen 1980 in Lake Placid. Eine US-Collegemannschaft besiegt die damals so unbesiegbare Sowjetunion überraschend 4:3 und wird zwei Tage später sogar Olympiasieger. Nun ist das "Miracle on Ice" 40 Jahre her. Der Mythos lebt aber immer noch in Lake Placid.

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