DLF24 | Die Nachrichten

LübeckVerdächtiger ist dem Haftrichter vorgeführt worden

Einen Tag nach der Messerattacke in Lübeck ist der Angreifer dem Haftrichter vorgeführt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34-Jährigen Deutsch-Iraner gefährliche Körperverletzung und versuchte Brandstiftung vor. Er hatte gestern in einem Linienbus zehn Menschen mit einem Messer angegriffen und verletzt, drei von ihnen schwer. Über sein Motiv ist nichts bekannt. Einen terroristischen Hintergrund halten die Behörden aber für unwahrscheinlich.

BundespolitikHabeck fordert Seehofers Rücktritt

Der Grünen-Vorsitzende Habeck hat Bundesinnenminister Seehofer zum Rücktritt aufgefordert. Habeck sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, allen, auch ihm, wäre damit gedient, wenn er nicht mehr Innenminister wäre. Seehofer agiere gehetzt und spiele mit der Rechtsstaatlichkeit. Seehofers Innenministerium sei erbärmlich geführt. Seehofer löse nie ein Problem, sondern löse nur eines durch das nächste ab. Die CSU-Führung sei "im Amok-Modus". Der Grünen-Politiker verwies auf die Themen Obergrenze für Flüchtlinge, Ankerzentren sowie Seehofers Forderung nach einer Zurückweisung anderswo in Europa registrierter Asylbewerber. Der Streit zwischen Seehofer und Bundeskanzlerin Merkel (CDU) um die Asylpolitik hatte zu einer Regierungskrise geführt. Zuletzt hatte der Innenminister Kritik für die juristisch umstrittene Abschiebung des mutmaßlichen Islamisten Sami A. nach Tunesien bekommen. Seehofer setzte sich unterdessen gegen Kritik der Kirchen an der Flüchtlingspolitik seiner Partei zur Wehr. Dem "Münchner Merkur" sagte er, es werde immer ein Gegensatz zwischen Humanität und Sicherheit hergestellt. Aber es sei wohl kaum unchristlich, Gefährder und Straftäter außer Landes zu bringen. Seehofer kündigte an, dass er mit beiden großen christlichen Kirchen das Gespräch suchen werde, um ihnen die Beweggründe seiner Politik zu erläutern.

Hamas im Nahen OstenFeuerpause verkündet

Die radikal-islamische Hamas-Organisation hat eine Feuerpause im Gazastreifen verkündet. Ein Hamas-Sprecher teilte mit, die Waffenruhe sei unter Vermittlung Ägyptens und der Vereinten Nationen mit Israel erreicht worden. Eine Vertreterin der israelischen Armee wollte die Angaben nicht bestätigen. Die Sprecherin sagte lediglich, es gebe keine Einsätze mehr von israelischer Seite. Der Konflikt hatte sich gestern erneut verschärft. An der Grenze zum Gazastreifen wurde ein israelischer Soldat von Palästinensern tödlich verletzt. Daraufhin griff die israelische Armee 60 Ziele im Gazastreifen an. Mindestens vier Palästinenser sollen dabei getötet worden sein. Eine ähnliche Kampfpause war schon nach einer Eskalation der Gewalt vor einer Woche von Hamas-Seite erklärt worden, hatte aber keinen Bestand.

FlüchtlingeRettungsschiff trifft auf Mallorca ein

Das "Open-Arms"-Rettungsschiff, das eine gerettete Migrantin und zwei verstorbene Flüchtlinge an Bord hat, ist auf Mallorca eingetroffen. Das Boot sei nach viertägiger Fahrt in den Hafen von Palma eingelaufen, teilte die spanische Nichtregierungsorganisation Proactiva mit. Italiens Regierung hatte der NGO zwar einen Hafen zugewiesen. Rom wollte sich allerdings nur um die Überlebende, eine Frau aus Kamerun, nicht aber um die beiden Toten kümmern. Zudem beschuldigte Innenminister Salvini Proactiva der Lüge. Daraufhin entschied sich die Besatzung, Spanien anzusteuern. - Proactiva ist davon überzeugt, dass die libysche Küstenwache die drei Flüchtlinge nach einer Rettung im Meer zurückgelassen hat, weil diese sich geweigert hatten, nach Libyen zurückgebracht zu werden. Die Retter entdeckten sie inmitten der zerstörten Überreste ihres Plastikbootes. Für eine Frau und ein Kind kam die Hilfe zu spät.

FrankreichParlament will Innenminister wegen Affäre um Macron-Mitarbeiter befragen

Frankreichs Innenminister Collomb soll in der Affäre um einen Mitarbeiter von Präsident Macron im Justizausschuss des Parlaments befragt werden. Das teilte ein Sprecher der Nationalversammlung in Paris mit. Die Opposition hatte die Anhörung beantragt. Der Ausschuss soll klären, seit wann Collomb von dem Zwischenfall bei einer Demonstration zum 1. Mai in Paris wusste und ob es einen Vertuschungsversuch gab. Der Mitarbeiter Macrons ist bereits in Gewahrsam. Ihm werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gewalttätigkeiten und Amtsanmaßung vorgeworfen. In einem von der Zeitung "Le Monde" veröffentlichten Video ist zu sehen, wie er bei dem Polizeieinsatz auf Demonstranten einprügelt. Dabei soll er eine Polizeiarmbinde und einen Polizeihelm getragen haben, obwohl er kein Polizist ist und lediglich als Beobachter zugelassen war. Im Zusammenhang mit der Affäre wurden heute drei weitere - bereits suspendierte Polizisten - in Gewahrsam genommen.

GesundheitPatienten sollen per Anruf zu Arzt oder Notaufnahme gelenkt werden

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung will ab dem kommenden Jahr die Rufnummer 116 117 für die Notfallversorgung mit einer Kampagne bekannter machen. Der Großteil der Patienten sei in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser nicht am richtigen Platz, sagte KBV-Chef Gassen der Deutschen Presseagentur. Wer nicht als Notfall behandelt werden müsse, dem solle über die Bereitschaftsdienstnummer ein passender Arzt genannt werden. Hintergrund sind die überfüllten Notaufnahmen in den Kliniken. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Gerlach, warb in diesem Zusammenhang für das Konzept der Integrierten Leitstellen [Audio-Link]. Demnach würden die Rufnumer 112 für den Rettungsdienst und die für den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 zusammengeschaltet. Geschulte Fachleute würden klären, ob zum Beispiel ein Notarzt geschickt werden müsse oder ein Besuch in der Arztpraxis erforderlich sei, sagte Gerlach im Deutschlandfunk. Aufgabe der Leitstellen sei es, die Patienten durch das komnplizierte Gesundheitssystem zu lotsen. Gerlach sprach sich auch für eine gesetzliche Regelung der Integrierten Notfallzentren an Krankenhäusern aus. Dort würden niedergelassenen Ärzte und Klinikärzte unter einem Dach arbeiten. Viele Krankenhäuser würden sich bereits an diesem Konzept orientieren, betonte Gerlach. Vor Ort werde nicht unbedingt auf den Gesetzgeber gewartet.

AbgabenSpahn schließt höhere Beiträge zur Pflegeversicherung nicht aus

Bundesgesundheitsminister Spahn schließt eine stärkere Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge als geplant nicht aus. Der CDU-Politiker sagte den "Westfälischen Nachrichten", die Pflegekassen hielten eine Erhöhung zum 1. Januar um 0,5 Beitragssatzpunkte für notwendig. Diese Größenordnung sei realistisch. Spahn hatte erst Mitte Juni angekündigt, dass der Satz 2019 um 0,3 Prozentpunkte angehoben werden soll. Nun betonte er, es gebe generationenübergreifend eine hohe Akzeptanz für Mehrausgaben in der Pflege. Zugleich plädierte Spahn dafür, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zu senken.

MittelmeerTrittin sieht Seenotrettung vor dem Aus

Der ehemalige Grünen-Vorsitzende Trittin hat von einem Scheitern der europäischen Seenotrettung im Mittelmeer gewarnt. Wenn die Schiffe der Grenzschutzagentur Frontex und andere EU-Marineboote die Flüchtlinge nirgends in Europa an Land bringen dürften, könnten sie nicht mehr auslaufen, sagte Trittin der "Nordwest-Zeitung". Die Operation "Sophia" verkomme zur "zynischen Begleitmusik für tausendfaches Sterben im Mittelmeer". Italien hatte gestern erklärt, überhaupt keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen, weder von privaten Seenot-Rettungsschiffen, noch von der offiziellen EU-Mission "Sophia". Nun will die EU eine neue Strategie für die Marine-Mission erarbeiten. Der Kommandeur der EU-Flotte hat inzwischen alle beteiligten Schiffe in die Häfen zurückbeordert.

ThüringenMDR-Sommerinterview mit Ministerpräsident Ramelow hat ein Nachspiel

Bei der Aufzeichnung des MDR-Sommerinterviews mit Thüringens Ministerpräsident Ramelow hat es Ärger gegeben. Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, soll der Linken-Politiker mit dem Abbruch des Gesprächs gedroht haben, als er auf einen Tweet angesprochen wurde. Darin hatte Ramelow dem Sohn von Justizminister Lauinger zum bestandenen Abitur gratuliert. Der Linken-Politiker betonte, er habe die Nachricht als Privatperson abgesetzt. Dem Bericht zufolge soll die Journalistin daraufhin erklärt haben: "Wir lassen das Thema raus und legen noch mal los." Die Zeitung berichtet weiter, aus Sicht von MDR-Mitarbeitern habe sich Ramelow ungehalten benommen und beschwert. Die Rede sei von einem Eklat. Ramelow schrieb am Vormittag als Reaktion auf den Bericht bei Twitter: "Wenn Sie ein Interview mit der Privatperson haben möchten, dann laden Sie die doch einfach ein, ansonsten kann ich auch gehen". Hintergrund ist die sogenannte "Sohnemann-Affäre" von 2016, zu der ein Untersuchungsausschuss tagte. Laut MDR hatte Justizminister Lauinger von seinem Diensttelefon aus beim Bildungsministerium angerufen. Sein Sohn sollte trotz Auslandsaufenthalt direkt in die elfte Klasse versetzt werden. Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag hatte damals die Entlassung des Ministers gefordert.

Handelsstreit EU-USAVDA-Präsident Mattes wirbt für schnelle Lösung

Im Handelsstreit mit den USA wirbt der Verband der deutschen Automobilindustrie für eine rasche Einigung. Die US-Regierung sei nicht an langwierigen Gesprächen interessiert, sagte VDA-Präsident Mattes im Deutschlandfunk. Vorschläge, die langfristige Beratungen beinhalteten, würden nicht auf viel Gegenliebe stoßen. Zugleich müsse die europäische Seite aber auch deutlich machen, dass sie sich für einen freien und fairen Handel auf Basis der Regeln der Welthandelsorganisation einsetze. Kommende Woche reist EU-Handelskommissarin Malmström zusammen mit Kommissionspräsident Juncker nach Washington, um die Lage mit US-Präsident Trump zu besprechen. Dieser hatte damit gedroht, europäische Autos mit einem Einfuhrzoll von 20 Prozent zu belegen, sollte die EU ihre Handelsbarrieren nicht abbauen.

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Ruprecht Polenz zur "Union der Mitte" "Sie wollen, dass die Union auf Kurs bleibt"

Berlin: Das gemeinsame Logo der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, aufgenommen im Unions-Seitenflügel vor der Fraktionssitzung der CDU/CSU Fraktion im Bundestag.  (dpa / Michael Kappeler)

INTERVIEW Die Union als Volkspartei der Mitte zu erhalten, dieser Wunsch eint die Mitglieder der "Union der Mitte", sagte Initiator Ruprecht Polenz im Dlf. Man könne nicht die Rhetorik von völkisch-nationalistischen Parteien verwenden und den Menschen gleichzeitig erklären, warum sie diese nicht wählen sollten.

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Beatrice von Weizsäcker "Wir brauchen Humanität" in der Flüchtlingspolitik

Die Autorin Beatrice von Weizsäcker, aufgenommen auf der Frankfurter Buchmesse 2012 (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)

INTERVIEW In einer Online-Petition hat der Evangelische Kirchentag eine humanere Flüchtlingspolitik gefordert. Von der großen Resonanz sei man selbst überrascht, sagte Präsidiumsmitglied Beatrice von Weizsäcker im Dlf: "Das zeigt uns, dass wir etwas zum Ausdruck bringen, was vielen Menschen auf der Seele liegt."

VDA-Präsident Mattes Den transatlantischen Handel offen halten

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ford GmbH, Bernhard Mattes. (dpa/picture alliance/Marijan Murat)

INTERVIEW Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hofft auf eine nachhaltige Lösung im Handelsstreit mit den USA. "Da geht es nicht um kurzfristige Deals", sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes nach seinem USA-Besuch im Dlf, "sondern um langfristige klare Regelungen - und die müssen Bestand haben."

Duisburgs Bürgermeister Link Thyssenkrupp muss Chefsache werden

Das Thyssenkrupp Stahlwerk Schwelgern in Duisburg-Marxloh steht in der Dämmerung da. (picture alliance / dpa / Bernd Thissen)

INTERVIEW In der Diskussion um eine mögliche Zerschlagung des Thyssenkrupp-Konzerns hat Duisburgs Bürgermeister Sören Link den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet dazu aufgerufen, sich persönlich stärker zu engagieren. Laschet dürfe "nicht ständig andere Minister vorschicken", sagte Link im Dlf.

Arzt oder Notaufnahme Patienten durch das komplizierte Gesundheitswesen lotsen

Der Wartebereich einer Notaufnahme-Station. (dpa/picture-alliance/Holger Hollemann)

Bevor Patienten das Haus verlassen, sollen sie künftig Beschwerden telefonisch klären - das plant die Kassenärztliche Vereinigung. Diese Aufgabe sollten integrierte Leitstellen übernehmen, die Rettungsdienst und Bereitschaftsdienst kombinieren, rät Ferdinand Gerlach vom Sachverständigenrat im Gesundheitswesen.

Menschenkenntnis und Muskelkraft Wie Sicherheitsdienste besser werden sollen

Zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma bewachen an der Berliner Albert-Schweitzer-Schule den Eingang (dpa / Kay Nietfeld)

In Deutschland gibt es fast ebenso viele private Sicherheitskräfte wie Polizisten. Sie bewachen zum Beispiel Flüchtlingsheime, Supermärkte und Fabriken. Doch das Ansehen der Branche ist denkbar schlecht: Es sind auch unseriöse Firmen am Markt. Das soll sich ändern.

Russische Datscha Ein paar Quadratmeter Glück

Sowjetführer Stalin hat mehrere Datschas am Schwarzen Meer - in der in Sotschi verbrachten seine Kinder viel Zeit. (Deutschlandradio / Mareike Aden)

Im Sommer leeren sich in Russland die Städte, die Menschen ziehen auf die Datscha. Das russische Sommerhaus ist seit Jahrhunderten Freiheitssymbol und persönlicher Rückzugsort. Aber die große Politik spielt im Hintergrund immer mit.

Fake Science Problem Pseudojournale "nicht wirklich lösbar"

Person in einen Labor (imago/Westend61)

In vielen Fällen sei es schwierig, seriöse Verlage von unseriösen sogenannten Raubverlagen zu unterscheidet, sagte Clara Ginther von der Universität Graz im Dlf. Auch seien die Herausgeber rechtlich kaum erreichbar. Wichtig sei es, junge Forscher früh vor diesen Gefahren des Publizierens zu informieren.

Hörspiel - Ursendung Bloß keine Angst - Ein Glücksspiel

Die offiziellen Lotto-Kugeln, aufgenommen im Sendezentrum des Zweiten Deutschen Fernsehens (dpa / picture alliance / Fredrik von Erichsen)

Der Sechser im Lotto, der überraschende Zufallsfund - Glück versetzt das Gemüt eines Menschen in einen unverwechselbaren Schwebezustand. Doch Glück haben und glücklich sein bedeuten nicht unbedingt dasselbe. Das erste Hörspiel des Bachmann-Preisträgers Georg Klein.

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Politik

Nationalitätengesetz in Israel "Dieses Gesetz wird alle Nichtjuden im Lande treffen"

Israelische Staatsfahnen wehen am  in Jerusalem vor der Knesset, dem israelischen Parlamentsgebäude.  (dpa/picture alliance/Marc Tirl)

INTERVIEW "Dieses Gesetz ist vor allem gegen die palästinensische Minderheit in Israel gerichtet": Der Leiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv hat das in Israel verabschiedete Nationalitätengesetz scharf kritisiert. Ziel sei es, vor allem Nichtjuden weiter zu benachteiligen, sagte Tsafrir Cohen im Dlf.

Türkei AKP-Politiker verteidigt Verschärfung der Sicherheitsgesetze

Mustafa Yeneroglu (AKP), der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des türkischen Parlaments  (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

INTERVIEW Der AKP-Politiker Mustafa Yeneroglu hat Kritik an der geplanten Verschärfung der Sicherheitsgesetze in der Türkei zurückgewiesen. Der Staat sei zur Terrorbekämpfung verpflichtet und müsse seine Bürger schützen, sagte er im Dlf. Nur so sei eine freiheitliche Rechtsstaatlichkeit zu gewährleisten.

Wirtschaft

Textilindustrie Nigeria kämpft trotz Importverbot mit Altkleiderschwemme

Eine Strassenhaendlerin verkauft gebrauchte Kleidungsstuecke in der Markthalle von Kigali. (imago)

Großer Altkleider-Import verhindert, dass sich in Schwellenländern eine eigene Textilindustrie entwickeln kann. In Nigeria wurde der Import daher Anfang des Jahrtausends verboten. Andere Ostafrikanische Länder wollen nun folgen. Doch: Verbessert hat sich die Lage der nigerianischen Textilindustrie kaum.

Zelten auf Rädern Urlaub mit dem Faltcaravan

Drei Menschen sitzen unter einer hellen Zeltkonstruktion (dpa)

Faltcaravans sind deutlich schneller aufgebaut als ein herkömmliches Zelt, mit dem Auto einfach zu transportieren und bieten viel Platz. Neben den relativ hohen Neuanschaffungskosten sollten Campingfans aber noch einiges beachten, bevor sie sich für den Kauf entscheiden.

Wissen

Vor 45 Jahren gestartet: Mars 4 bis 7 Kein Erfolg beim Mars

Die baugleichen sowjetischen Raumsonden Mars 4 und 5 sowie Mars 6 und 7 (Roskosmos)

Zu Beginn der interplanetaren Raumfahrt stand Mars auf der Agenda der sowjetischen Techniker ganz oben. Seit 1960 hatten sie innerhalb von elf Jahren bereits elfmal versucht, eine Sonde zum roten Planeten zu entsenden, stets ohne Erfolg. Das sollten 1973 vier Missionen im selben Jahr ändern.

Biotechnologie Evolutionär optimierte Enzyme fürs Chemielabor

 Touristen bestaunen den Geysir Strokkur auf Island. (dpa / Hinrich Bäsemann)

Enzyme zählen zu den wichtigsten Werkzeugen der Natur. Ohne diese biologischen Katalysatoren wäre zum Beispiel der Stoffwechsel im Körper gar nicht möglich. Forscher aus Kalifornien möchten den natürlichen Reaktionsbeschleunigern nun neue Tricks beibringen, um sie auch im Chemielabor nutzen zu können.

Europa

Brexit-Plan Vorschläge aus London sind für die EU inakzeptabel

Belgien: Union Jack Flagge vor Europäischer Kommission in Brüssel.  (picture alliance / dpa )

Die Warnungen vor einem "harten Brexit" werden immer lauter. Die EU bewerte die Vorschläge aus London zu Recht skeptisch, kommentiert Peter Kapern. Die Vorstellungen der britischen Premierministerin Theresa May seien weitgehend inakzeptabel.

Rechtsruck in Italien Kulturschaffende unter Schock

Salvini bei der Vereidigung der neuen Regierung Anfang Juni (imago / Xinhua)

"Italien macht mir Angst", sagt der Schriftsteller Andrea Camilleri im Dlf. Kritiker der neuen Regierung gelten als Volksfeinde und rechte Politiker denken laut über die Einführung der Folter nach. Schriftsteller und Filmemacher beobachten die Situation mit Entsetzen.

Kultur

Mikrokomos Der Geräuschladen "Ohrenhoch"

(Rilo Chmielorz)

Das "Ohrenhoch" in Berlin-Neukölln nennt sich Galerie. Es ist jedoch kein Ort für visuelle Kunst, sondern für hörbare: für Klanginstallationen – und für eine "Geräusch-Schule". In der experimentieren Kinder aus dem Kiez mit Musik und Geräuschen.

TV-Hommage zu Ottos 70. Geburtstag Geheimakte Otto Waalkes

Otto Waalkes im Dezember 2017 in Düsseldorf beim "Deutschen Nachhaltigkeitspreis" (imago/Lumma Foto)

Viele seiner Sketche und Geräusche gehören längst zur Popkultur und können nicht nur von Fans auswendig rezitiert werden. Am Sonntag wird Otto Waalkes 70 Jahre alt und das ZDF würdigt den Komiker mit einer besonderen, nicht ganz ernst gemeinten Dokumentation.

Literatur

Roman über Hasso Grabner Ein Held zweiter Klasse

Buchcover: Francis Nenik: "Reise durch ein tragikomisches Jahrhundert. Das irrwitzige Leben des Hasso Grabner" (Buchcover: Verlag Volant & Quist, Foto: picture alliance / dpa / Zentralbild)

Francis Nenik erzählt das irrwitzige Leben des lange vergessenen Antifaschisten, DDR-Wirtschaftsfunktionärs und Schriftstellers Hasso Grabner. Der Roman "Reise durch ein tragikomisches Jahrhundert" ist akribisch recherchiert und mit jeder Menge sprachlichem Übermut geschrieben.

Gender und Literatur "Der Kanon ist einfach ein männlich dominierter"

Junge rothaarige Frau bedeckt ihr Gesicht mit einem Buch. (imago/Photocase)

INTERVIEW In der Literaturgeschichte wurden Frauen oft Textsorten wie Tagebuchromane zugewiesen, erklärte Literaturwissenschaftlerin Veronika Schuchter im Dlf. Thematisch habe es nichts Politisches gegeben und diese Traditionen wirkten bis heute auf den Kanon nach.

Gesellschaft

Inklusion und Arbeitsmarkt Kritik an "parallelen Sonderweltstrukturen"

side by side In den Caritas Wendelstein Werkstätten arbeiten Menschen mit Behinderung in der Produktion der Designkollektion side by side. Raubling Bayern Deutschland Copyright: argumx/xThomasxEinberger Side by Side in the Caritas Wendelstein Workshops Work People with Disability in the Production the Side by Side Raubling Bavaria Germany Copyright argumx xThomasxEinberger  (imago stock&people)

Behinderten-Werkstätten oder Förderschulen würden ausgrenzend wirken, sagte Carl-Wilhelm Rößler vom Kölner Beratungsstelle Selbstbestimmt Leben im Dlf. Diese Institutionen verhinderten, dass Menschen mit Handicap Stellen im allgemeinen Arbeitsmarkt finden.

Erinnerung an Mauerfall Die Wippe wippt nicht

Entwurf des Freiheits- und Einheitsdenkmals (dpa/Milla & Partner)

Das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Berliner Schlossplatz gerät immer mehr in Verzug. Eine Eröffnung bis zum 30. Jahrestag des Mauerfalls nächstes Jahr ist kaum noch zu schaffen. Lange waren die Kosten ein Problem, später seltene Fledermäuse. Jetzt bringen die Gegner eine weiteren Einwand vor.

Sport

Reitsport "Wir müssen davon leben"

19.07.2018, Nordrhein-Westfalen, Aachen: CHIO, Pferdesport, Springen. Die deutsche Reiterin Laura Klaphake auf dem Pferd Catch Me If You Can springt beim Nationenpreis über ein Hindernis. Foto: Uwe Anspach/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

Viele Kinder wünschen sich sehnsüchtig ein Pferd. Der Grund, warum es für viele nur ein Wunsch bleibt, sind die enormen Kosten, die ein Pferd verursacht. Da können auch Reitsportler ein Lied von singen. Und deswegen suchen sie sich mitunter auch eher die Turniere aus, auf denen es mehr Geld zu gewinnen gibt.

Spiele an Rhein und Ruhr Mit dem Lufttaxi zur Olympiabewerbung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (r, CDU) und Michael Mronz, Begründer der Rhein Ruhr Olympic City-Initiative, sprechen sich 14.07.2017 bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des aktuellen Sportstättenkonzepts für eine Olympia-Bewerbung des Ruhrgebiets und Rheinlandes 2032 zur Presse. (picture alliance/dpa - Marius Becker)

Nach den negativen Volksentscheiden in Hamburg und München nimmt Nordrhein-Westfalen einen neuen Anlauf - mit Überlegungen, die Olympischen Spiele 2032 in 14 Städten an Rhein und Ruhr auszutragen. Auch Lufttaxis sollen zum Einsatz kommen. Das IOC ist angetan.

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