Presseschau

Sonntag, 24. Juni 2018

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Blick in die Zeitungen von morgenvon 23:10 Uhr

DieDie Zeitungen von morgen blicken nach Brüssel, wo heute die europäische Asylpolitik auf der Tagesordnung stand. Ein offizieller Gipfel war es nicht, aber 16 EU-Staaten haben versucht auszuloten, wie man eine gemeinsame Linie finden könnte.

Für den MANNHEIMER MORGEN ist klar:

"Die einzige Lösung, die gemeinsam funktioniert, besteht im Ausgrenzen. Die EU wird zur möglichst uneinnehmbaren Festung. Auch wenn es noch keine Beschlüsse gab, so ist die Richtung doch absehbar, in die diese Union nun gehen wird. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, der sich seiner unpopulären, aber letztlich doch wirksamen Abschottungsvorschläge rühmte, hat bereits gewonnen, noch bevor er den halbjährlich rotierenden EU-Vorsitz übernimmt."

Die DITHMARSCHER LANDESZEITUNG hingegen hält eine Einigung aller EU-Staaten weiter für unrealistisch:

"Wahrscheinlich werden sich unterschiedliche Praktiken in den jeweiligen Ländergruppen verfestigen. Die bilateralen Absprachen, die Merkel im Sinn hat, führen von der europäischen Idee weg und können nur ein Notbehelf sein. Wenn die Kanzlerin für solche Abkommen 'einen Ausgleich schaffen' will, klingt das verdächtig nach Scheckbuchdiplomatie."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht das ähnlich und warnt vor einem 'Europa der Nationen':

"Jedes Land macht, was es will, Zusammenarbeit ist nur noch punktuell möglich. Selten wird darüber geredet, was man mit dieser Methode verlieren kann. In diesem Fall wären es offene Grenzen - und zwar nicht nur für Migranten, sondern in erster Linie für die Bürger und Unternehmen Europas."

Die MITTELBAYERISCHE ZEITUNG aus Regensburg analysiert, was die Gespräche in Brüssel für die Bundeskanzlerin in Deutschland selbst bedeuten, und verwendet dazu einen ganzen Reigen an Metaphern aus dem Sport:

"Es ist nicht zu erwarten, dass Angela Merkel - ähnlich wie Toni Kroos im dramatischen WM-Spiel gegen Schweden - gewissermaßen in der Verlängerung noch den Siegtreffer gegen die angriffslustige und unerbittliche CSU erzielen kann. Angel Merkel steht in den nächsten Tagen ein äußerst schwieriges Endspiel bevor. Der Ausgang ist völlig ungewiss. Kunstvolle Freistöße ins Tor sind in der Politik höchst selten."

Die Zeitung DIE WELT widmet sich gleich ganz dem WM-Spiel der deutschen Elf:

"Dank eines famosen Freistoßes von Toni Kroos lebt er wieder, der Traum von der Titelverteidigung. Es war beeindruckend, wie wenig sich Joachim Löw den Druck anmerken ließ, der nach der Niederlage gegen Mexiko besonders auf ihm lastete. In Kroos hat Löw nun endlich den Leader, den er so dringend brauchte."

Und der WESER-KURIER aus Bremen bezeichnet den Freistoß von Kroos gleich als "magischen Moment" und meint:

"Wenn dieser Toni-Kroos-Augenblick nicht ausgereicht hat, um einer an Rumpelei erkrankten Truppe eine hohe Dosis Gier einzuimpfen, dann ist dieser Truppe auch nicht mehr zu helfen."

Heute mit folgenden Zeitungen

  • BLICK IN DIE ZEITUNGEN VON MORGEN