Presseschau

Dienstag, 18. Juni 2019

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Die Wirtschaftspresseschauvon 13:55 Uhr

Kommentiert werden unter anderem Berichte über Pläne der Deutschen Bank, Wertpapierrisiken in Milliardenhöhe in eine "Bad Bank" auszulagern.

"Das klingt erst einmal gut – nach Frühjahrsputz, Neuanfang, der Trennung von Gut und Böse", meint die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:

"Bloß wird eine Bad Bank kaum ausreichen, das Geldhaus wieder zurück zu alter Stärke zu führen. Das fängt schon damit an, dass das Kreditinstitut die verwertbaren Altlasten längst verkauft und abgewickelt hat. Die Reste sind so gut wie wertlos. Wenn Vorstandschef Sewing Erfolg haben will, muss er tiefere Einschnitte vornehmen, vor allem im US-Geschäft und im Investmentbanking."

Nach Ansicht der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG wären Einschnitte beim Investmentbanking aber kein Drama:

"Auch andere große europäische Banken wie die an der Börse viermal so wertvolle BNP Paribas bieten im Investmentbanking nicht mehr alles an. Fast jede Bank ist nach der Finanzkrise dazu gezwungen, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren und ihre Kosten dem schrumpfenden Geschäft anzupassen. Große Unternehmenskunden, die ohnehin auf mehrere Banken setzen, sind das schon gewohnt. Die Deutsche Bank ist spät dran. Ihr nun endlich bevorstehender Rückbau muss daher weitreichend und glaubwürdig sein."

Durchwachsen fällt das Urteil über den Berliner Koalitionskompromiss zur Grundsteuer aus. Insgesamt könne man damit leben, schreibt die TAGESZEITUNG - TAZ:

"... denn Steuerdumping wird es nicht geben. Durch die Öffnungsklausel darf zwar künftig jedes Bundesland selbst entscheiden, wie es seine Grundsteuer gestalten will. Aber ein Standortwettbewerb zwischen den Ländern ist verhindert worden, weil das Gesamtaufkommen der Grundsteuer in jedem Land so hoch bleiben muss, wie es bisher war. Bitter dürfte es allerdings ausgerechnet für die Bayern werden. Denn das Scholz-Modell ist viel gerechter als der Söder-Plan, der künftig in Bayern gelten soll."

Auch die BÖRSEN-ZEITUNG verweist darauf, dass das Steueraufkommen insgesamt konstant bleiben soll:

"Aber am Ende liegt es an den Gemeinden, die individuellen Hebesätze so zu senken, dass die aktualisierten Immobilienwerte kompensiert werden. Die Öffnungsklauseln machen die Lage noch unübersichtlicher. Nun hängt es von den einzelnen Ländern ab, ob sie die Bundeslösung ganz, gar nicht oder teilweise aufgreifen. Bei allen Unbekannten gibt es jedoch einen guten Punkt: Die Novelle öffnet eine Tür zu mehr Föderalismus."

Heute mit folgenden Zeitungen

  • WIRTSCHAFTSPRESSE FÜR 18.06.