Presseschau

Montag, 6. Juli 2020

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Die Wirtschaftspresseschauvon 13:55 Uhr

Ein Thema ist der anstehende Führungswechsel bei der Commerzbank: Sowohl Vorstandschef Zielke als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Schmittmann hatten nach Meinungsverschiedenheiten mit dem US-Fonds Cerberus ihren Rücktritt angekündigt.

Und offensichtlich hätten beide auch das Vertrauen des Bundes verloren, meint die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:

"Nach den gescheiterten Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Bank hatte die Führungsspitze keinen wirklichen Neustart gewagt. Man kann jetzt nur hoffen, dass der Bund und/oder Cerberus gute Vorschläge in petto haben, wie die Führungskrise bei Deutschlands zweitgrößter Privatbank rasch beendet werden kann. Zumindest der Posten des Aufsichtsratschefs sollte nun von außen besetzt werden: Die Commerzbank schmort ohnehin schon zu lange im eigenen Saft."

Für die TAGESZEITUNG - TAZ - aus Berlin stellt sich die Frage, wie Großbanken derzeit überhaupt noch Geld verdienen sollen:

"Die Commerzbank betreut elf Millionen Kunden und wickelt 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab. Aber selbst dieser Umsatz reicht nicht aus, um gesunde Profite zu erwirtschaften. Ein Grund: Die Zinsen sind so niedrig, dass sich mit Krediten kein Geld mehr verdienen lässt. Die niedrigen Zinsen treffen nicht nur die Commerzbank – auch die Deutsche Bank wankt. Bisher fällt ihnen nur ein, Arbeitsplätze zu streichen."

Diskutiert wurde am Wochenende auch darüber, ob die Unternehmen die befristete Mehrwertsteuer-Senkung an die Kunden weitergeben. Nach Einschätzung des Berliner TAGESSPIEGELS haben die Erfahrungen seit dem Stichtag gezeigt, dass die Mehrheit das tut:

"Gewiss, wer penibel sucht, wird das eine oder andere Gegenbeispiel finden. Im Großen und Ganzen aber gewähren die Unternehmen den Kunden in der Corona-Krise weit größere Nachlässe als die staatlich verordnete Mehrwertsteuersenkung. Ihr eigentlicher Schwachpunkt: Sie ist für den Steuerzahler teuer, bringt aber keinen spürbaren zusätzlichen Kaufanreiz. Die Preise purzeln auch ohne sie."

Eines der erwähnten Gegenbeispiele ist offenbar die US-Kette Starbucks, die heftig kritisiert wurde. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG hat dafür kein Verständnis:

"Wie Steuern in die Preise einfließen, ist Sache der Unternehmen, den Wettbewerb kennen nur sie. Die Mehrwertsteuersenkung ist auch kein politischer Gnadenakt. Sie soll der Konjunktur aufhelfen, Jobs sichern - und natürlich neue Steuereinnahmen generieren. Diesen Zweck wird sie besser erfüllen, wenn die Politik auf Appelle ohne Mehrwert verzichtet."

Heute mit folgenden Zeitungen

  • WIRTSCHAFTSPRESSE FÜR 06.07.